Die Offenbacher Kickers stehen vor einer spannenden, aber auch besorgniserregenden Phase. Am 14. Januar 2026 wurde bekannt, dass der Verein eine Anfrage zur Nutzung des Stadions am Schönbusch in Aschaffenburg gestellt hat. Während die Stadt Aschaffenburg die Anfrage bestätigte, erteilte sie jedoch kein grünes Licht für eine dauerhafte Nutzung. Hinter dieser Entscheidung stehen personelle und organisatorische Einschränkungen, was die Frage aufwirft, wie es für die Kickers weitergeht.
Der Geschäftsführer des OFC, Florian Holzbrecher, erklärte, dass es mit dieser Anfrage um Optionen für die kommende Saison gehe. Unklar bleibt, ob dies auch für die Rückrunde der aktuellen Saison gilt, die am 21. Februar 2026 beginnt. Im November 2025 stellte der Klub seine Anfrage, ohne genaue Angaben zum Nutzungszeitraum zu machen. Aktuell haben die Kickers einen laufenden Mietvertrag für ihr traditonelles Stadion am Bieberer Berg.
Stadion am Bieberer Berg: Ein Blick in die Historie
Das Stadion am Bieberer Berg hat eine lange und bewegte Geschichte. Es wurde am 21. Mai 1921 eröffnet und hat sich seither stetig weiterentwickelt. Ursprünglich beherbergte die Haupttribüne 1.200 Zuschauer und wurde im Laufe der Jahre mehrmals neu gestaltet und erweitert. Besonders prägnant ist die Überdachung der Stehtribüne aus dem Jahr 1952 und die erste Flutlichtanlage, die 1956 eingeweiht wurde.
Im Jahr 1992 wurde das Stadion per Erbbaurecht dem Offenbacher Fußballclub Kickers 1901 e. V. übergeben. Nach einer schwierigen Phase in den 1990ern plante die Stadt Offenbach den Abriss oder Verkauf des Stadions, was schließlich verworfen wurde. Im Jahr 2012 wurde schließlich ein modernes Stadion in „englischem Stil“ eröffnet, das heute über zahlreiche Annehmlichkeiten wie Büros, einen Fanshop und Plätze für bis zu 29.300 Zuschauer verfügt.
Finanzielle Herausforderungen und Zuschauerinteresse
Die finanziellen Belastungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Zum Bilanzstichtag am 30. Juni 2024 waren noch 345.000 Euro an Stadionmiete offen, und die Kickers zahlen jährlich über 200.000 Euro Miete, zuzüglich der Pflege der Trainingsplätze. Während der Corona-Pandemie wurden die Mietzahlungen gestundet, was die finanzielle Situation komplizierter machte.
Die Bedeutung des Stadions wird auch durch die Zuschauerzahlen unterstrichen. Im Durchschnitt kommen 6.218 Fans pro Partie ins Stadion, was den fünftbesten Zuschauerschnitt in der vierten Liga darstellt. Dies zeigt, dass das Interesse an den Offenbacher Kickers nach wie vor hoch ist. Dennoch bleibt abzuwarten, wie die Fans und Dauermieter auf einen möglichen Wechsel reagieren würden, denn die Freude über die Rückkehr in die Heimat könnte schnell in Besorgnis umschlagen, sollte es zu einem Umzug kommen.
Insgesamt bleibt die Situation für die Offenbacher Kickers angespannt. Mit einem laufenden Mietvertrag in der Hand und der nicht endgültigen Klärung der Anfrage in Aschaffenburg stehen die Verantwortlichen vor einer wegweisenden Entscheidung. Die Fans dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt und wie die Dynamik des Vereins sich entwickeln wird.