Die Technische Hochschule Augsburg (THA) hat kürzlich einen bedeutenden Schritt in Richtung autonomes Fahren gemacht. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilte der Hochschule die Genehmigung, ein Level-4-System für autonomes Fahren auf öffentlichen Straßen in Deutschland zu testen. Diese Genehmigung, die Anfang Februar 2026 erteilt wurde, macht die THA zur ersten Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland, die diese Erlaubnis erhalten hat, und zur zweiten Hochschule insgesamt. Der Automatisierungsgrad Level 4 ermöglicht es Fahrzeugen, die komplette Fahraufgabe in einem definierten Bereich selbstständig zu übernehmen, was einen Meilenstein für das autonome Fahren im öffentlichen Verkehr darstellt.

Die Tests werden am Technologietransferzentrum (TTZ) Data Science und Autonome Systeme in Landsberg am Lech vorbereitet. Dieses Zentrum wird im Rahmen der Hightech Agenda Bayern unterstützt und stellt eine wichtige Grundlage für die Forschung und Entwicklung im Bereich autonomer Systeme dar. Während der Tests wird eine technische Aufsicht vorgeschrieben, die die Fahrt aus der Ferne überwacht und im Notfall eingreifen kann. Ein Sicherheitsfahrer wird im Fahrzeug anwesend sein, jedoch nicht ins Lenkrad eingreifen.

Technologische Innovationen und Projektziele

Die THA hat sich für Tests auf öffentlichen Straßen mit Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h beworben, wobei Autobahnen ausgeschlossen sind. Die Genehmigung gilt für vier Jahre und kann verlängert werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts NeMo.bil, das 2024 mit dem Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie „Neue Mobilitätslösungen“ ausgezeichnet wurde, werden schwarmfähige Leichtbaufahrzeuge entwickelt, die flexible Mobilitätsangebote für den ländlichen Raum ermöglichen sollen. Diese Fahrzeuge sind mit modernen Sensoren, Kameras, Radar und einer digitalen Steuerungsplattform ausgestattet, die es dem Bordcomputer erlaubt, die Umgebung präzise zu erfassen, Objekte zu erkennen und Fahrentscheidungen zu treffen.

Die Genehmigung des KBA ist Teil eines mehrstufigen Verfahrens, das auch eine Betriebserlaubnis und zusätzliche Freigaben vor Ort umfasst. Zu Beginn sollen zwei Fahrzeuge eingesetzt werden, mit einer späteren Ausweitung geplant. Die Erprobungsfahrten stellen nicht nur einen technologischen Fortschritt dar, sondern bieten auch die Möglichkeit, ein nachhaltiges Mobilitätssystem für ländliche Gebiete zu entwickeln, das auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten ist.

Einladung zum Pressegespräch

Am Freitag, den 6. Februar, um 14:00 Uhr, findet am TTZ in Landsberg am Lech ein Pressegespräch statt, das einen Einblick in das Forschungsprojekt NeMo.bil, das Versuchsmobil und die eingesetzte Technik bieten wird. Gesprächspartner sind unter anderem Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der THA, und Prof. Dr.-Ing. Carsten Markgraf, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsbereichs autonome Systeme am TTZ. Es werden Informationen zu den weiteren Schritten bis zur ersten offiziellen Testfahrt und dem Zeitplan vorgestellt.

Die Entwicklungen im Bereich autonomes Fahren sind nicht nur technologisch faszinierend, sondern auch von gesellschaftlicher Relevanz. Sie bieten die Chance, Mobilitätskonzepte zu überdenken und neue Lösungen für die Herausforderungen des ländlichen Raums zu finden. Die THA ist auf dem besten Weg, eine Vorreiterrolle in dieser spannenden Forschungslandschaft einzunehmen. Für weitere Informationen können Interessierte sich gerne an die Presseabteilung der THA unter presse@tha.de wenden.

Weitere Details zu dieser wichtigen Entwicklung können Sie auch in den Nachrichten auf <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/autonome-fahrzeuge-th-augsburg-startet-oeffentliche-tests,VAix3g3„>BR.de nachlesen, sowie auf <a href="https://idw-online.de/de/news865666„>idw-online.de und <a href="https://nachrichten.idw-online.de/2026/02/04/genehmigung-level-4-system-fuer-das-autonome-fahren-auf-oeffentlichen-strassen„>nachrichten.idw-online.de.