In der Kölner „Villa Hammerschmiede“ wird das Wohnkonzept für Menschen mit Handicap in die Praxis umgesetzt. Hier leben Isabell und Juuma in einem Umfeld, das mehr als nur ein Wohnort ist. Sie bereiten gemeinsam das Abendessen zu, während der angenehme Duft von im Ofen gegarten Kartoffeln den Raum erfüllt. Die Bewohner bezeichnen diesen Ort stolz als ihr „Wohnzimmer“ und lehnen den Begriff „Tagespflege“ ab, was zeigt, dass hier nicht nur das Wohnen, sondern auch das Leben im Vordergrund steht. Die Villa bedeutet für die Bewohner ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Integration.
Die „Villa Hammerschmiede“ wird von der Gemeinsam Wohnen mit Handicap gGmbH & Co. KG betrieben und bietet auf drei Etagen insgesamt 22 Einzimmerappartements mit etwa 46 Quadratmetern, die alle mit einem rollstuhlgerechten Sanitärbereich ausgestattet sind. Für die Bewohner gibt es ein dauerhaftes Belegungsrecht, wodurch sie eine langfristige Perspektive haben Augsburger Allgemeine.
Ein inklusives Wohnkonzept
Das Konzept fördert nicht nur das Zusammenleben, sondern auch die soziale Integration. So werden in der Villa Gemeinschaftsräume wie ein Mehrzweckraum, ein Kreativraum und sogar ein Pflegebad zur Verfügung gestellt. Diese Einrichtungen wurden überwiegend durch Spenden finanziert und bieten Raum für Zusammenkünfte und Freizeitaktivitäten. Ein Kleinbus steht für Ausflüge und Einkaufsfahrten bereit, was den Bewohnern zusätzliche Freiräume im Alltag eröffnet.
Die ambulante Pflege wird von der AWONIA, einem Teil der AWO Augsburg, durchgeführt und ermöglicht den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben. Das pädagogische Personal unterstützt sie bei Alltagsaufgaben und Freizeitaktivitäten, wobei wöchentlich im Bewohnerrat neue Ideen und Aktivitäten geplant werden Gemeinsam Wohnen mit Handicap.
Gesellschaftliche Integration und Eigenverantwortung
Die Villa ist nicht nur ein Wohnort, sondern ein Ort der Begegnung. Tagsüber besuchen viele Bewohner Arbeitsstellen oder Förderstätten, was ihre Selbstständigkeit stärkt. Gleichzeitig sorgt die Anwesenheit einer stets erreichbaren Kraft in der Nacht dafür, dass sich die Menschen sicher fühlen und nicht allein gelassen werden. Der Garten und die Außenanlagen bieten Raum für Erholung und soziale Interaktionen, was den Gemeinschaftsgeist noch weiter fördert.
Die Idee, inklusives Wohnen zu ermöglichen, ist von großer Bedeutung. Menschen mit Behinderungen haben nicht nur das Recht auf eine angemessene Wohnsituation, sondern auch auf eine inklusive Lebensgestaltung. Barrierefreie Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt sind recht selten und ein individuelles Wohnkonzept kann die Lebensqualität erheblich steigern. Das Leben in der „Villa Hammerschmiede“ ist ein Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Leben in einem inklusiven Rahmen funktionieren kann Aktion Mensch.



