Gerhard Meinl, ein prägender Kommunalpolitiker im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, ist am Donnerstag im Alter von 68 Jahren verstorben. Der CSU-Politiker und Unternehmer, der in Kempfenhausen geboren wurde und in Geretsried lebte, hinterlässt eine bedeutende Lücke in der lokalen Politik und im Unternehmertum. Er starb in der Nacht auf Donnerstag nach einer Erkrankung, die ihn in den letzten Monaten seines Lebens begleitete. Meinl prägte über 40 Jahre die Kommunalpolitik in Geretsried und war seit 1986 Mitglied des Geretsrieder Stadtrats, wo er viele Jahre als Fraktionssprecher der CSU tätig war und seit 2002 das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters innehatte.

Seine politische Karriere umfasste auch eine Mitgliedschaft im Kreistag von 1990 bis 2008. Zur Kommunalwahl am 8. März trat Meinl nicht mehr an und sollte zu Beginn der neuen Sitzungsperiode im Stadtrat für sein langjähriges Wirken geehrt werden, was er jedoch nicht mehr erleben konnte. Die Trauer um seinen Verlust ist groß; Dr. Sabine Gus-Mayer, Vorsitzende des Geretsrieder CSU-Ortsverbands, bezeichnete seinen Tod als riesigen Schock. Ewald Kailberth, langjähriger Geschäftsführer des CSU-Ortsverbands, hob die Bedeutung Meinls für die Partei und als Freund hervor.

Werdegang und Engagement

Gerhard Meinl wurde am 5. September 1957 geboren und absolvierte nach dem Abitur in Bad Tölz ein Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie an der Ludwig-Maximilian-Universität München, der Université de Fribourg und der Hochschule München. Er legte beide juristischen Staatsexamina ab, entschied sich jedoch für eine andere berufliche Laufbahn. Nach einer Lehre als Metallblasinstrumentenmacher und einer Ausbildung als Trompeter trat er 1984 in das Familienunternehmen Wenzel-Meinl ein, das er 2012 an die französische Buffet Crampon Group verkaufte. Nach dem Verkauf war er im Aufsichtsrat der Buffet Group und als Berater tätig.

Meinls Engagement erstreckte sich über die Politik hinaus. Er war ein Förderer der deutsch-französischen Freundschaft und setzte sich aktiv für die Partnerschaft Geretsrieds mit Chamalières sowie im Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller ein. Sein Wirken wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande im Jahr 2002 und dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse im Jahr 2014 gewürdigt. Diese Auszeichnungen sind die höchste Anerkennung für besondere Leistungen in Deutschland und verdeutlichen die Wertschätzung, die Meinl für seine Verdienste erfahren hat.

Ein bleibendes Erbe

Die Würdigung seiner Persönlichkeit blieb nicht aus. Edmund Stoiber, ehemaliger bayerischer Ministerpräsident und enger Freund von Meinl, äußerte sich betroffen über dessen Tod und bezeichnete ihn als großartige Persönlichkeit. Auch Bürgermeister Michael Müller würdigte ihn als Botschafter der Musikinstrumentenstadt Geretsried. Altbürgermeisterin Cornelia Irmer erinnerte sich an die gute Zusammenarbeit mit Meinl, was die hohe Wertschätzung unter Kollegen unterstreicht.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, auch bekannt als Bundesverdienstkreuz, wird für besondere Leistungen in Politik, Wirtschaft, Kultur, Geistigkeit oder Ehrenamt verliehen. Die Auszeichnung, die seit 1951 existiert, wird vom Bundespräsidenten oder deren Vertretern vergeben. Meinls Anerkennung durch diese Orden spiegelt die Bedeutung seiner Beiträge für die Gesellschaft wider und zeigt, dass sein Erbe weit über die Grenzen der Kommunalpolitik hinausreicht. Auch wenn der Orden posthum nicht verliehen werden kann, bleibt sein Einfluss auf die Kommunalpolitik und die Musikinstrumentenbranche unvergessen.

In der Region Bad Tölz-Wolfratshausen wird Gerhard Meinl als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der seine Spuren hinterlassen hat und dessen Engagement für seine Mitmenschen und seine Stadt unermüdlich war.