Die Erweiterung und Sanierung der Hammerschmiedschule in Wolfratshausen sorgt zurzeit für große Aufregung und Besorgnis innerhalb der Stadtverwaltung. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 56 Millionen Euro steigen nun voraussichtlich auf mehr als 63 Millionen Euro an, was die Budgetplanung der Stadt erheblich belasten wird. Wie Süddeutsche.de berichtet, sind die laufenden Ausgaben der Kommune auf einem rasanten Anstiegskurs, während die Steuereinnahmen nicht mithalten können. Dies beeinträchtigt nicht nur das aktuelle Projekt, sondern schränkt auch den Handlungsspielraum für zukünftige Investitionen des neuen Stadtrats und Bürgermeisters ab Frühjahr 2026 erheblich ein.

Kämmerer Peter Schöfmann hat bereits angekündigt, im kommenden Jahr Kredite in Höhe von sechs Millionen Euro aufnehmen zu wollen. Die Mehrkosten, die durch Bauverzögerungen und steigende Baupreise entstehen, waren in der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt. Besonders problematisch ist, dass die Baupreise in den kommenden Jahren um bis zu 27 % steigen könnten, was die finanzielle Lage der Stadt zusätzlich verschärfen würde.

Kritik und Bedenken zur Planung

Stadtrat Josef Praller hat in einer letzten Sitzung seine Besorgnis über die Angemessenheit des Risikopuffers geäußert. Aktuell beträgt die Risikoreserve etwa 500.000 Euro, was aus Sicht vieler Stadtvertreter viel zu niedrig angesetzt ist. Auch die Merkur hebt hervor, dass die Budgetanpassung für den Schulneubau die Bürgerinnen und Bürger wegen der finanziellen Engpässe besorgt. Das ursprüngliche Budget umfasste keinen Spielraum für unvorhergesehene Kostensteigerungen, was nun gravierende Folgen hat.

Die Probleme am Bau sind nicht nur finanzieller Natur. Technische Schwierigkeiten wie überflutete Baustellen haben ebenfalls den Zeitplan durcheinandergebracht. Der erste Spatenstich fand bereits vor zwei Jahren statt, die Fertigstellung aller Arbeiten wird für den Sommer 2029 angepeilt. Der erste Bauabschnitt inklusive fünfzügiger Grundschule und Lehrschwimmbecken wird voraussichtlich im Februar 2026 fertig sein, mit der Übergabe an die Schüler im April.

Ressourcen und Personalbudget

Eine weitere Herausforderung stellt das steigende Personalbudget dar. Die Personalausgaben sollen bis 2026 von 8,5 Millionen Euro auf knapp 12 Millionen Euro steigen, was zusätzliche 800.000 Euro Mehrkosten verursacht. Diese Entwicklung geht nicht spurlos an der Stadt vorbei, die auch mit höheren Kreislaufumlagen zu kämpfen hat. Die Steuerzahler haben in ihren Analysen darauf hingewiesen, dass unzureichende Planungen in der Anfangsphase vieler öffentlicher Projekte oft zu bleibenden Problemen und damit verbundenen Kostensteigerungen führen. Hier ist der Zusammenhang klar: Eine solide Planung und realistische Kalkulationen sind der Schlüssel, um Kostenexplosionen zu vermeiden.

Die Einschätzungen der Stadtverwaltung deuten darauf hin, dass die Ausgaben ohne konkrete Planungen weiter in die Höhe schnellen könnten. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass einige Projekte aus dem Investitionsplan gestrichen werden müssen. Die Rechtsaufsicht fordert dies vehement ein, um die finanziellen Belastungen der Stadt zu reduzieren und sicherzustellen, dass die Verwaltung nicht ins Straucheln gerät.

Die Bürger sind alles andere als erfreut über diese Entwicklung, die die Zukunft der schulischen Infrastruktur in Wolfratshausen nachhaltig beeinflussen wird. Bleibt zu hoffen, dass eine umsichtige Finanzpolitik bald die notwendigen Veränderungen herbeiführt, um den städtischen Haushalt zu entlasten und zukunftsweisende Projekte realisieren zu können.