Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen stehen die Wahlen 2026 vor der Tür, und das Ganze verspricht spannend zu werden. Der langjährige Landrat Josef Niedermaier von den Freien Wählern hat angekündigt, nach 18 Jahren nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Damit öffnet sich die Bühne für sechs Männer, die sich um seine Nachfolge bewerben. Die 94.700 Stimmberechtigten in der Region dürfen sich auf eine Wahl freuen, die möglicherweise in einer Stichwahl entschieden werden könnte, wie bereits bei der Kommunalwahl 2020.
Unter den Kandidaten für das Amt des Landrats finden sich bekannte Gesichter: Thomas Holz von der CSU, der ehemalige Bürgermeister von Kochl, Ludwig Schmid von den Freien Wählern, Andreas Wild von den Grünen, Klaus Barthel von der SPD, Sebastian Englich von den Linken und Manuel Tessun von der ÖDP. Bereits die letzte Wahl in Wolfratshausen war äußerst knapp, als Annette Heinloth von den Grünen die Stichwahl um nur 36 Stimmen verpasste.
Kandidaten für die Bürgermeisterämter
In Wolfratshausen treten Amtsinhaber Günther Eibl (CSU) und Klaus Heilinglechner (BVW) erneut an. Die Grünen setzen auf René Beysel, während Manfred Fleischer von der Wolfratshauser Liste, Renato Wittstadt von der SPD und Patrick Lechner von der FDP ebenfalls kandidieren. Es bleibt abzuwarten, ob die Grünen ihren Erfolg von 2020, als sie auf 20,8 Prozent zulegten, wiederholen können. In Geretsried könnte Amtsinhaber Michael Müller (CSU) erneut gewinnen, hat jedoch Mitbewerber wie Wolfgang Möckel von den Freien Wählern und Patrick Kohlert von der Geretsrieder Liste, die ihm das Leben schwer machen könnten.
In Bad Tölz ist das Rennen ebenfalls spannend: Hier kandidieren Ingo Mehner von der CSU, Michael Lindmair von der FWG, Michael Ernst von der SPD und Bärbel Weixner von den Grünen. Währenddessen gibt es in elf von 21 Kommunen nur einen einzigen Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Eine Besonderheit findet sich in Icking, wo Verena Reithmann (UBI) als einzige Rathauschefin unter den männlichen Mitbewerbern ins Rennen geht.
Briefwahl und Wählerverhalten
Ein bemerkenswerter Trend, der sich aus den letzten Kommunalwahlen abzeichnet, ist die steigende Beliebtheit der Briefwahl. In Bad Tölz haben bereits 5.318 von 14.792 Stimmberechtigten Briefwahlunterlagen angefordert, während in Wolfratshausen 5.670 von 14.980 Wahlberechtigten diesen Weg gewählt haben. In Geretsried wird sogar ein Anteil von 60 Prozent an Briefwählern prognostiziert. Die Briefwahlunterlagen werden frühestens ab dem 16. Februar 2026 versandt, und es ist wichtig, rechtzeitig einen Wahlschein zu beantragen.
Ein Wahlschein kann schriftlich oder persönlich beim Wahlamt der Wohnsitzgemeinde beantragt werden, wobei kein besonderer Grund angegeben werden muss. Der Antrag muss neben dem Vor- und Familiennamen, Geburtsdatum und der vollständigen Wohnanschrift auch eine ggf. abweichende Anschrift beinhalten. Es gibt die Möglichkeit, den Wahlschein online zu beantragen, was vielen Gemeinden die Organisation erleichtert. Informationen dazu sind im BayernPortal zu finden.
Wahlverfahren und Ergebnisse
Die Sitzverteilung nach den Kommunalwahlen erfolgt gemäß dem Berechnungsverfahren nach Sainte-Laguё/Schepers. Die Gesamtstimmenzahlen der Wahlkreisvorschläge werden durch 1, 3, 5, 7 usw. geteilt, und die Sitze werden den Wahlvorschlägen entsprechend der höchsten Teilungszahlen zugeteilt. Bei gleichen Ansprüchen auf einen Sitz entscheidet die größere Stimmenzahl der in Betracht kommenden Person; bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.
Diese Wahl könnte nicht nur für die Kandidaten, sondern auch für die Wähler selbst von großer Bedeutung sein, da sie möglicherweise die politische Landschaft im Landkreis nachhaltig beeinflussen wird. Es bleibt spannend, wie sich die Wahlen entwickeln werden und welche politischen Strömungen sich durchsetzen können. Die Ergebnisse werden sicherlich auch einen Einfluss auf die zukünftige Gestaltung der Kommunalpolitik in der Region haben.