Wie oft haben wir uns schon verloren in den Seiten eines Buches? „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende ist genau so ein Werk, das uns in seine fantastischen Welten entführt. Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1979 erfreut sich dieser zeitlose Klassiker sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen großer Beliebtheit. Nun wird das märchenhafte Abenteuer auf die Bühne des ETA Hoffmann Theaters in Bamberg gebracht, und das verspricht eine spezielle Weihnachtsaufführung zu werden.

Am 6. Dezember 2025, um 16:00 Uhr, dürfen sich die Zuschauer auf die Reise mit Bastian Balthasar Bux freuen, der als Halbwaise vor seinen Mitschülern flieht. In dieser Ausnahmesituation trifft er auf Herrn Koreander, der ihm das magische Soufflierbuch übergibt. Es ist dieses Buch, das Bastian in das faszinierende Land der Phantasie katapultiert, welches von einer tödlichen Gefahr – dem Nichts – bedroht wird. Hier warten zahlreiche Fabelwesen darauf, dass er als ihr Retter auftritt. Die Vorfreude auf diese Aufführung ist also groß, und die Tickets sind bereits über die VHS Bamberg-Land sowie online und in der Geschäftsstelle erhältlich. Wiesentbote berichtet von dieser besonderen Gelegenheit, das Weihnachtsmärchen in einer zauberhaften Inszenierung zu erleben.

Eine Entstehung voller Herausforderungen

Doch wie entstand dieses literarische Juwel überhaupt? Die Idee für „Die unendliche Geschichte“ entwickelte sich während eines Besuchs von Michael Ende bei seinem Verleger Hansjörg Weitbrecht in Italien. Ende, der zuvor mit seinem Buch „Momo“ bereits großen Erfolg hatte, befand sich in einer kreativen Auszeit. Die Inspiration kam, als er Ideen sammelte, die letztlich den Grundstein für sein bekanntestes Werk legten. Auf einem Zettel notierte er den faszinierenden Gedanken, dass ein Junge beim Lesen einer Geschichte in die Geschichte selbst hineingezogen wird. Weitbrecht war von dieser Vision so angetan, dass er Ende ermutigte, weiter daran zu arbeiten, obwohl dieser zunächst skeptisch war. Michael Ende machte sich schließlich an das Schreiben – und das sollte sich als ein wahrhaft umfangreiches Unterfangen herausstellen.

Ende beschloss, bis Weihnachten mit dem Schreiben fertig zu sein, merkte jedoch bald, dass die Erzählung weit über die ursprünglich angestrebten hundert Seiten hinauswuchs. Er kämpfte darum, das Buch nicht gewaltsam zu einem Ende zu bringen und wartete lieber, dass sich die Geschichte auf natürliche Weise entwickelte. Diese Geduld lohnte sich: Letztendlich wurde „Die unendliche Geschichte“ ein Meisterwerk, das nicht nur Kinder in seinen Bann zog, sondern auch Erwachsene weiterhin inspiriert.

Ein Erbe für die Ewigkeit

Michael Andreas Helmuth Ende, 1929 geboren, gilt als einer der erfolgreichsten Jugendbuchautoren Deutschlands. Mit seinen Werken, wie „Momo“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, hat er Millionen von Lesern begeistert und seine Bücher wurden über 35 Millionen Mal verkauft. Trotz seines frühen Scheiterns an diversen Verlagen blieb er hartnäckig und veröffentlichte schließlich Erfolgsromane, die bis heute zeitlos sind. Tragisch ist der Umstand, dass Ende 1995 verstarb, aber sein literarisches Erbe lebt weiter.

Seine Geschichten, die oft tiefgreifende gesellschaftliche Fragen behandeln und einen kritischen Blick auf unsere Umwelt werfen, sind nach wie vor hoch im Kurs. Gedenkstätten wie der Michael-Ende-Kurpark in Garmisch-Partenkirchen zeugen von seinem bleibenden Einfluss. Wikipedia hebt ebenfalls hervor, wie seine Werke zahlreiche Auszeichnungen und Adaptionen in verschiedenen Medien erfahren haben.

Mit der bevorstehenden Aufführung im ETA Hoffmann Theater in Bamberg wird dieses Erbe einer neuen Generation von Zuschauern zugänglich gemacht. Und so wird die Geschichte von Bastian und den Fabelwesen erneut lebendig – ein echtes Highlight in der künstlerischen Landschaft des Landes.