Das Erzbistum Bamberg hat seinen Haushalt für das Jahr 2023 verabschiedet, und die Zahlen sind sowohl ermutigend als auch herausfordernd. Mit einem geplanten Minus von rund fünf Millionen Euro steht das Bistum vor der Aufgabe, seine finanziellen Ressourcen sorgfältig zu managen. Die Erträge belaufen sich auf 229,8 Millionen Euro, während die Aufwendungen bei 234,8 Millionen Euro liegen. Die Hauptquelle der Einnahmen sind die Kirchensteuermittel, die mit 176,3 Millionen Euro ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr aufweisen. Auch Zuschüsse und Zuweisungen in Höhe von 35,5 Millionen Euro, darunter 10,6 Millionen Euro Staatsleistungen, sowie 18 Millionen Euro aus sonstigen Erträgen, etwa Miet- und Pachteinnahmen, tragen zur Finanzierung bei. Dennoch ist die Ausgabenverteilung ein Indikator für die Prioritäten des Bistums: 40,6% fließen in die Seelsorge und 45,5% in Personalkosten, während ein Bauetat von 16 Millionen Euro für die notwendigen Investitionen sorgt.
Finanzdirektor Mathias Vetter betont die Notwendigkeit eines sorgfältigen Umgangs mit den finanziellen Ressourcen. Um wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern, sind Sparmaßnahmen und Prioritätensetzungen unerlässlich. Generalvikar Georg Kestel äußert den Wunsch, auch unter veränderten finanziellen Bedingungen eine verantwortungsvolle Kirche zu bleiben. Diese Herausforderungen sind nicht neu: Das Bistum Bamberg wurde auf Initiative von König Heinrich II. bei der Reichssynode in Frankfurt gegründet, und der erste Bischof, Eberhard I., regierte von 1007 bis 1040. Das Domkapitel wählte den Heiligen Georg als Patron und erlangte beim 4. Laterankonzil 1215 das alleinige Bischofswahlrecht.
Finanzielle Transparenz und Verantwortung
Die finanziellen Herausforderungen des Erzbistums Bamberg sind Teil eines größeren Trends innerhalb der Kirche. In der evangelischen Kirche beispielsweise wird die Verwendung kirchlicher Mittel demokratisch entschieden. Gremien wie Synoden, Kirchenvorstände und Gemeindekirchenräte sind dafür verantwortlich, jährliche Haushaltspläne zu erstellen, die den Einsatz finanzieller Mittel legitimieren. Diese Haushaltspläne erfassen Einnahmen und Ausgaben nach dem Bruttoprinzip und enthalten auch Stellenpläne.
Die Notwendigkeit einer transparenten und verantwortungsvollen Finanzpolitik wird auch im Erzbistum Bamberg immer deutlicher. Der Haushaltsplan, der in einem demokratischen Verfahren beschlossen wird, bildet die Grundlage für die Haushalts- und Wirtschaftsführung der kirchlichen Körperschaften. Er sorgt dafür, dass die Mittel im Sinne des Auftrags der Kirche und der Wünsche der Kirchenmitglieder verwendet werden. Die Veröffentlichung oder Einsichtnahme der Haushaltspläne ist ein weiterer Schritt zu mehr Transparenz.
Fazit und Ausblick
Die finanzielle Situation des Erzbistums Bamberg erfordert kluge Entscheidungen und verantwortungsbewusste Planung. Während das geplante Minus von fünf Millionen Euro eine Herausforderung darstellt, zeigen die stabilen Einnahmen aus Kirchensteuermitteln und anderen Quellen, dass das Bistum auf einem soliden Fundament steht. Die kommenden Maßnahmen, die auf Sparsamkeit und Prioritätensetzung abzielen, könnten entscheidend sein, um auch in Zukunft eine verantwortungsvolle Kirche zu bleiben. Weitere Informationen zur Kirchenfinanzierung und zu den Haushaltsplänen des Erzbistums Bamberg finden Sie auf den Seiten zur Kirchensteuer und den Kirchenfinanzen.