Der 14. November 2025 wird für die Stadt Bamberg ein markantes Datum bleiben. An diesem Tag blickte das Ombudsteam für die Anker Einrichtung Oberfranken (AEO) auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück. Aus diesem Anlass versammelten sich die Mitglieder des Teams, um ihre wertvolle Arbeit zu würdigen und die bedeutenden Errungenschaften der letzten Jahre zu reflektieren. Angefangen hat alles vor einem Jahrzehnt mit einem Stadtratsbeschluss, der den Grundstein für diesen Zusammenschluss legte.

Das Ombudsteam setzte sich aus Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche, von Freund statt Fremd, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Caritas, dem Diakonischen Werk, dem Migrationsbeirat und verschiedenen Stadtratsfraktionen zusammen. Die Bandbreite der Mitglieder verdeutlicht, wie wichtig die Zusammenarbeit unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure in der Flüchtlingshilfe ist. In einer letzten Sitzung bedankte sich Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner bei den engagierten Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz.

Vielfältige Arbeitsinhalte und Erfolge

Im Verlauf der Jahre hat das Ombudsteam eine Vielzahl an Themen angepackt. Ziel war es stets, die Lebenssituation der Bewohner der AEO zu verbessern. Die Arbeitsinhalte umfassten Information, Aufklärung, Beschwerdemanagement und das Einbringen von Verbesserungsvorschlägen. Zu den herausragenden Maßnahmen gehörte die Entwicklung eines Schutzkonzepts im Jahr 2017, welches die Einrichtung eines Frauenhauses auf dem Gelände der AEO vorsah – ein wichtiges Signal für den Schutz von Frauen und Kindern.

Mit Blick auf die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen forderte das Team 2018 die Verlegung in geeignete Unterkünfte. Auch die Gründung einer Eltern-Kind-Gruppe der Caritas im Jahr 2020 gewährte den Kleinen zwischen zwei und sechs Jahren wichtige Unterstützung. Ebenso zeigte sich das Team während der Corona-Pandemie an vorderster Front und half bei Irritationen in Bezug auf spezielle Quarantäneblöcke.

Heutige Herausforderungen

Ein weiterer bemerkenswerter Meilenstein war der Herbst 2022, als die AEO mit einer Belegung von 2.800 Menschen einen Höchststand erreichte. Infolge dieser Situation wurde die Asylverfahrensberatung (AVB) der Caritas ins Leben gerufen, um den ankommenden Menschen umfassende Unterstützung zu bieten. Aktuell beschäftigen sich die Mitglieder des Teams mit den Herausforderungen rund um nicht absperrbare Wohnungen sowie der psychosozialen Versorgung der Bewohner.

Peter Ehmann, Sprecher des Ombudsteams und Vertreter der Caritas, lobte nicht nur die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder, sondern auch die gute Zusammenarbeit mit den Behörden. Gemäß der Initiative REFUGEEUM erhalten geflüchtete Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Muttersprache über psychische Probleme zu informieren und Selbsthilfestrategien zu erlernen. Solche Initiativen sind von großer Bedeutung, da es in Deutschland zahlreiche regionale Organisationen gibt, die psychosoziale Hilfen anbieten. Zudem ist der Mangel an professionellen Dolmetschern eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt, um eine umfassende Versorgung der Betroffenen sicherzustellen.Deutschland.de berichtet darüber, dass der Hamburger Dolmetschpool einen Schritt in die richtige Richtung darstellt, indem er ambulanten Ärzten und Psychotherapeuten kostenlose Dolmetscher zur Verfügung stellt.

Insgesamt zeigt der Rückblick auf die zehn Jahre des Ombudsteams der AEO nicht nur die Erfolge, sondern auch die bestehenden Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit. Es bleibt zu hoffen, dass die wertvolle Zusammenarbeit und das Engagement der Ehrenamtlichen weiterhin Bestand haben, um die Situation der Menschen in der AEO nachhaltig zu verbessern.