Das Restaurant „Balkan Grill“ am Selber Hallenbad wird nach etwa einem Jahr schließen. Die Familie Miljevic übernahm die ehemalige „Kreta“-Gaststätte im Jahr 2024 und wollte mit einem Konzept für authentische Balkanküche und Grillspezialitäten neue Akzente setzen. Trotz eines vielversprechenden Starts, insbesondere durch den neu eingerichteten Biergarten mit 80 Plätzen, hagelte es jedoch Herausforderungen, die letztlich zur Schließung führten. Laut selb-live.de meldete die Stadt Selb bereits das gekündigte Pachtverhältnis und sucht nun nach einem neuen Pächter.

Die Gründe für diese Entscheidung sind vielschichtig. Zunächst einmal gab es Personalmangel, der durch den Ausfall eines langjährigen Mitarbeiters in Bayreuth nochmals verstärkt wurde. Die Suche nach adäquatem Ersatz blieb fruchtlos und führte dazu, dass die Abwesenheit der Betreiber für Unmut sorgte. Dies spiegelte sich auch in den immer länger werdenden Wartezeiten wider, was wiederum die Gäste beschwerte und zu einem kontinuierlichen Rückgang der Besucherzahlen führte. Die Öffnungszeiten des Lokals wurden daraufhin stark reduziert, ohne jedoch den Gästen wirklich entgegenzukommen.

Vielfältige Herausforderungen im Gastgewerbe

Die Situation von „Balkan Grill“ ist nicht einzigartig. Der gesamte Gastronomiebereich kämpft gegen vergleichbare Probleme. Laut zdf.de leidet das Gastgewerbe nach wie vor unter einem drastischen Fachkräftemangel, der sich seit der Corona-Pandemie nur wenig verbessert hat. Ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2020 verließ das Gastgewerbe – eine Zahl, die viele Lokale zu überdenken zwingt.

Die hohen Kosten in der Gastronomie spüren auch andere Wirte. Mario Furlanello, Betreiber des Bornheimer Ratskellers in Frankfurt, musste sich selbst in den Service einbringen und Gerichte vereinfachen, um Zeit zu sparen. Dies zeigt, wie prekär die Situation für viele Gastronomiebetriebe ist, die zum Teil auch ihren Gewinn massiv reduzieren mussten. Um den gestiegenen Kosten entgegenzukommen, haben viele Lokale ihre Preise angehoben, was jedoch oft auf eine hohe Preissensibilität der Gäste stößt.

Unternehmertum im Aufwind?

Obwohl die Personalsituation in der Branche weiterhin angespannt bleibt, gibt es eine kleine Hoffnung auf Besserung. Laut einer Studie hat sich die Fachkräftelücke in Hotel- und Gaststättenberufen in den letzten Jahren nahezu halbiert, doch die Probleme sind noch lange nicht gelöst. Die Anzahl der Beschäftigten hat sich zwar erholt, jedoch kämpfen viele Unternehmen weiterhin gegen sinkende Umsätze und Gästezahlen. tophotel.de berichtet, dass die Branche zunehmend auf ausländische Fachkräfte setzen möchte, um den akuten Mangel zu lindern.

In der Summe bleibt die Lage für das Gastgewerbe angespannt. Während die Familie Miljevic in Bayreuth weiterhin aktiv bleibt, auch mit der Gaststätte „Kreuz Münsterer“, bleibt abzuwarten, welche neuen Konzepte und Ideen künftige Pächter für das nun leerstehende Lokal am Selber Hallenbad entwickeln werden. Die Gastronomie ist ein hart umkämpftes Feld, in dem es gilt, sich den Herausforderungen ständig anzupassen.