Die aktuelle Situation rund um die Masern in Europa wirft ein besorgniserregendes Licht auf die Impfquoten und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. In Salzburg, nur einen Steinwurf von Berchtesgadener Land entfernt, wurden 41 bestätigte Masernfälle verzeichnet. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die Impfquote in Österreich bei lediglich etwa 71 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu hat das Berchtesgadener Land eine beeindruckende Masernimpfquote von 91,2 Prozent, die sich im Schuljahr 2024/25 sogar auf 95,4 Prozent bei schulpflichtigen Kindern erhöht hat. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass trotz dieser hohen Zahlen Impflücken in der Gesamtbevölkerung nicht ausgeschlossen werden können.

Seit der Einführung des Masernschutzgesetzes im Jahr 2020 blieb das Berchtesgadener Land von Masernfällen verschont. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass hohe Impfquoten nicht nur die geimpften Personen schützen, sondern auch ungeimpfte Menschen, wie Säuglinge oder immunschwache Personen, die keinen eigenen Impfschutz haben. Impfungen sind entscheidend, um schwere Komplikationen wie Lungenentzündung oder Gehirnentzündung zu vermeiden und um die Infektionsketten zu unterbrechen.

Ein Blick auf die nationale Impflandschaft

In Deutschland besteht ebenfalls ein dringendes Problem mit den Masern. Trotz der Impfempfehlungen, die seit den 1970er Jahren bestehen, gibt es nach wie vor unzureichenden Impfschutz, was zu einem Anstieg der Masernerkrankungen führt. Die WHO-Euro verfolgt das ehrgeizige Ziel, Masern und Röteln zu eliminieren, und die Nationale Verifizierungskommission Masern/Röteln (NAVKO) am Robert Koch-Institut überwacht diesen Prozess genau. Besonders auffällig sind die Impflücken bei Säuglingen und Kleinkindern, die häufig nicht rechtzeitig ab dem 11. Lebensmonat geimpft werden. Auch Jugendliche und jüngere Erwachsene sind oft nur unzureichend geimpft.

Die aktuelle Masernwelle in Österreich, die bis März 2024 bereits 293 Fälle erfasste, zeigt die Dringlichkeit des Themas. Die Ärztekammer ruft eindringlich dazu auf, die Impfquoten zu erhöhen, da Österreich seit 2023 zu den Hotspots für Masernerkrankungen in Europa zählt. Die WHO berichtete, dass 2023 in 41 von 53 Ländern der europäischen Region Anstiege der Masernfälle zu verzeichnen waren, mit insgesamt 58.000 Erkrankungen, von denen etwa die Hälfte Kinder unter fünf Jahren ohne Impfschutz waren.

Der Weg zur Ausrottung der Masern

Der Anstieg der Masernfälle in Europa ist besorgniserregend und wird von der EU-Gesundheitsagentur ECDC als Ergebnis unzureichender Impfquoten sowie saisonaler Anstiege und der Einschleppung aus Ländern mit hohen Infektionszahlen prognostiziert. Der Mediziner Rudolf Schmitzberger betont die Notwendigkeit, die Durchimpfungsrate zu erhöhen, um Masern wirksam einzudämmen. Insbesondere die Geburtsjahrgänge von Ende der 1960er bis zur Mitte der 1970er Jahre müssen besondere Aufmerksamkeit erhalten, da diese oft unzureichend geimpft sind.

Die Masernimpfung, die Teil der kostenlosen MMR-Kombinationsimpfung für Kinder und Erwachsene ist, sollte ernst genommen werden. Eine infizierte Person kann 12 bis 18 ungeschützte Personen anstecken, und die Komplikationsrate liegt bei etwa 30 Prozent. Daher ist es entscheidend, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder ihre Impfungen regelmäßig kontrollieren lassen, um die Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu schützen.

Insgesamt zeigt die aktuelle Lage, wie wichtig Impfungen sind und wie eng das Thema Gesundheit mit der Gesellschaft verflochten ist. Der Schutz der Gemeinschaft beginnt mit dem Einzelnen – eine Verantwortung, die wir alle tragen müssen.