Ab Mitte März 2026 wird das WatzMobil sein Netz im Berchtesgadener Land erheblich erweitern. In einem Schritt, der bereits mit Spannung erwartet wird, wird der Service künftig über 1.000 Haltestellen verfügen, um eine lückenlose Anbindung in der Region zu gewährleisten. Ursprünglich als Pilotprojekt im Bergsteigerdorf Ramsau gestartet, hat sich das WatzMobil mittlerweile als unverzichtbares Element des öffentlichen Nahverkehrs etabliert. Der vollelektrische ID.Buzz, der im Sommer 2025 in Betrieb genommen wurde, erfreute sich sofort großer Beliebtheit und war schnell ausgebucht. Die Nutzung des WatzMobils hat sich seitdem im erweiterten Gebiet verändert; insbesondere Pendler- und Erledigungsfahrten nehmen zu. Fast 50% der Fahrgäste nutzen die Gästekarte, während die andere Hälfte Einheimische sind. Besonders beliebt ist die Strecke zwischen Oberau, Unterau und Berchtesgaden.
Rund 300 Haltestellen wurden bereits in das System integriert, viele davon virtuell. Klare Kommunikation sowie eine physische Beschilderung der Haltepunkte haben das Vertrauen der Nutzer gestärkt, und die Watzmann Natur Energie sorgt für die notwendige Stromversorgung der elektrischen Flotte. Eine besondere Rolle spielt die politische Einheit in der Region, die entscheidend für den Erfolg des WatzMobils ist. Ab dem 16. März übernimmt der Landkreis die Aufgabenträgerschaft für das gesamte Kreisgebiet. Private Taxiunternehmer werden über Sondervereinbarungen in das System eingebunden, um zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen. Dabei soll das WatzMobil den klassischen Linienverkehr nicht ersetzen, sondern intelligent ergänzen – insbesondere in Randzeiten.
Innovative Mobilitätslösungen
Das WatzMobil zielt auf einen zukunftsorientierten und nachhaltigen öffentlichen Nahverkehr ab und wird ab dem 1. Januar 2026 auf den gesamten Talkessel ausgeweitet. Nutzer haben die Möglichkeit, ihren Start- und Zielpunkt sowie die Uhrzeit selbst zu bestimmen. Eine intelligente App berechnet die optimale Route und bündelt Fahrten, was die Nutzung noch einfacher macht. Das On-Demand-System, das seit dem 1. November 2023 in weiteren Ortsteilen aktiv ist, ermöglicht den Bewohnern eine flexible Mobilität.
Die Betriebszeiten sind täglich von 07:00 bis 22:00 Uhr, und es können bis zu sechs Personen befördert werden. Faltbare Kinderwägen, Rollatoren und Kindersitze dürfen ebenfalls mitgenommen werden. Die Servicegebühr beträgt ab der Pilotphase 2,00 € pro Fahrt und Person, wobei Kinder bis fünf Jahre kostenlos fahren. Damit wird das WatzMobil zu einem Beispiel für innovative Verkehrslösungen in ländlichen Räumen, was auch das Bundesministerium für Verkehr unterstreicht.
Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum
Das Bundesministerium für Verkehr hat in einem Forschungsprojekt zur nachhaltigen Mobilität in ländlichen Räumen einen Handlungsleitfaden erstellt, der praxisnahe Beispiele wie Plusbuslinien, Bedarfsverkehre und Car-Sharing umfasst. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hebt die Bedeutung einer realitätsnahen Verkehrspolitik hervor, die sowohl Stadt- als auch Landbedürfnisse berücksichtigt. In ländlichen Regionen ist das Auto nach wie vor ein wichtiges Fortbewegungsmittel, doch die Förderung von Multimodalität und Intermodalität ist entscheidend.
Der Leitfaden fördert die Kombination von starkem Linienverkehr auf regionalen Hauptachsen mit flexiblen und alternativen Angeboten. Dazu gehören auch gut ausgebaute Radwegenetze und Sharing-Angebote. Die Verknüpfung von Verkehrsmitteln durch Angebote wie Park+Ride oder Bike+Ride wird ebenfalls empfohlen. Diese Ansätze zeigen, wie wichtig die Kooperation von Akteuren und die Finanzierung solcher Projekte sind, um die Mobilität in ländlichen Räumen nachhaltig zu gestalten. Mehr Informationen zu diesen Themen finden Sie im Handlungsleitfaden des BMV, der im „Nationalen Kompetenznetzwerk für nachhaltige Mobilität“ vorgestellt wurde.