In der Stadt Hue, Vietnam, hat eine bemerkenswerte Veranstaltung stattgefunden, die den Fokus auf die Gesundheitsversorgung benachteiligter Familien legt. Rund 300 Menschen aus schwierigen Lebenslagen erhielten Gesundheitschecks und individuelle Beratung. Diese Initiative richtete sich insbesondere an ältere Menschen, Bedürftige und Revolutionäre aus der Region. Ärzte und medizinisches Personal führten grundlegende Gesundheitsmessungen durch und empfahlen bei schwerwiegenden Erkrankungen oder hohem Risiko Überweisungen an spezialisierte Einrichtungen. Zudem wurden 300 Geschenkpakete an Teilnehmer verteilt, um Familien mit staatlicher Unterstützung und in Notlagen zu unterstützen. Die Veranstaltung, die den ehrenamtlichen Geist der Jugendgewerkschaftsmitglieder im Gesundheitssektor widerspiegelt, wurde von Dr. Tran Kiem Hao und Herrn Nguyen Viet Huy Hoang begleitet. Ihr Ziel war es, den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zu verbessern und das Gesundheitsbewusstsein zu stärken (Quelle).
Das Freiwilligenprogramm, das von Mitgliedern der Jugendverbände des Gesundheitsamtes der Stadt Hue ins Leben gerufen wurde, soll im Sommer 2026 weitergeführt werden. Diese Initiative ist besonders wichtig, da es in Vietnam eine hohe Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Krankheiten gibt, insbesondere bei Bluthochdruck und Diabetes. Schätzungen der WHO zufolge sind 70 bis 80 Prozent der Menschen mit diesen Erkrankungen nicht behandelt. Die Inzidenz von Diabetes hat sich in den letzten Jahren stark erhöht, was die Dringlichkeit solcher Veranstaltungen unterstreicht.
Vorsorge und Früherkennung
Ein wichtiger Aspekt der Gesundheitsversorgung sind individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die von Ärzten im Zusammenhang mit der Früherkennung von Krankheiten angeboten werden. Diese Leistungen sind nicht Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms, da sie nicht unbedingt erforderlich sind. Zu den IGeL gehören unter anderem Blutuntersuchungen und EKGs. Patienten sollten sich stets darüber informieren, ob die angebotenen Leistungen zur gesetzlichen Vorsorge gehören oder ob ein begründeter Krankheitsverdacht besteht. Bei letzterem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, andernfalls müssen Patienten selbst für diese Leistungen aufkommen (Quelle).
Im Rahmen der aktuellen Reformagenda plant Vietnam, ab 2026 ein landesweites Programm für kostenlose Gesundheitschecks einzuführen. Alle Bürger sollen einmal jährlich kostenlos medizinisch untersucht werden, was unter anderem Blutbild und biochemische Tests umfasst. Diese Maßnahme soll die Gesundheitsfürsorge stärker auf Prävention ausrichten und sieht vor, dass rund 20 Millionen Menschen mit besonderen Gesundheitsrisiken oder eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsleistungen untersucht werden. Die Kosten für diese Gesundheitschecks belaufen sich auf etwa 6 Billionen vietnamesische Dong (ca. 194 Millionen Euro) und sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer umfassenderen Gesundheitsversorgung für die gesamte Bevölkerung (Quelle).
Ausblick auf die Gesundheitsreform
Die Gesundheitsreform, die mit einer Politbüroresolution vom 9. September 2025 angestoßen wurde, zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in Vietnam grundlegend zu verbessern. Schätzungen zufolge lassen derzeit nur 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung jährlich Gesundheitschecks durchführen. Die Einführung kostenloser Untersuchungen soll nicht nur die medizinische Früherkennung unterstützen, sondern auch dazu beitragen, dass mehr Menschen Zugang zu notwendigen Gesundheitsdiensten erhalten. Damit wird ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung der hohen Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Krankheiten geleistet und die medizinische Infrastruktur im Land gestärkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Engagement der Gesundheitsbehörden und der Jugendgewerkschaften in Hue ein Vorbild für die gesamte Nation darstellt. Die Kombination aus ehrenamtlicher Arbeit, kostenloser Gesundheitsversorgung und der Fokussierung auf Prävention könnte ein Modell für zukünftige Gesundheitsinitiativen in Vietnam sein.






