Das Afrikafest in Kronach, das für das Wochenende vom 26. bis 27. Juli geplant war, wurde kurzfristig abgesagt. Die Organisatoren, der Jugend- und Kulturtreff Struwwelpeter, informierten die Öffentlichkeit über Facebook über die Absage. Der Grund hierfür sind gesundheitliche Probleme des Hauptverantwortlichen. Eine zeitnahe Verschiebung des Festes erscheint nicht möglich, was die Veranstalter und die treuen Fans des Festes enttäuscht zurücklässt. Viele Künstler und Anbieter hatten bereits zugesagt, und nun müssen alle bis zum nächsten Jahr warten, um die afrikanische Kultur erneut erleben zu können. Dies berichtet np-coburg.de.
Das Afrikafest war als ein Highlight gedacht, um afrikanische Kultur zu präsentieren. Es sollte ein Fest für die ganze Familie werden, mit kostenlosem Eintritt und einem bunten Programm, das afrikanisches Essen, Musik, Tanz und einen großen Basar umfassen sollte. Der Verein Spontane Hilfe für Afrika, der seit fast zwei Jahrzehnten in Rulenge, Tansania, tätig ist, sowie die Flüchtlingshilfe Kronach wollten ihre Projekte vorstellen. Die Familien Kömmelt und Heinlein-Fahle, die in der Vergangenheit als Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit in Tansania gearbeitet haben, hatten ebenfalls ihre Teilnahme angekündigt. Bei einem früheren Fest berichteten sie von den Schönheiten des Landes und den Selbsthilfeprojekten, die es dort gibt. Besonders die psychologische Resilienz, die durch kulturelle Ausdrucksformen gefördert werden kann, spielte in den Gesprächen eine große Rolle. Details hierzu liegen im Bericht von fraenkischertag.de.
Kulturelle Wechselwirkungen und Entwicklungen
Die Absage des Festivals wirft auch ein Licht auf die Herausforderungen, die die afrikanische Kultur- und Kreativwirtschaft nach der Pandemie zu bewältigen hat. Vor der Corona-Pandemie gab es einen spürbaren Hype um diesen Sektor, der als „neues Gold“ bezeichnet wurde, mit Potenzial, Armut und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Internationale Organisationen wie der British Council und das Goethe-Institut fördern kulturelles Unternehmertum in Afrika. Dennoch bleibt die Beschäftigung im afrikanischen Kulturgütersektor wenig erfasst, mit einer Schätzung von etwa 0,0004 Prozent der afrikanischen Bevölkerung, die in diesem Bereich tätig ist. Solche Entwicklungen wurden in einem Artikel von ifa.de angesprochen.
Der Bedarf, lokale kulturelle Praktiken und Ausdrucksformen zu unterstützen, wird immer deutlicher. Der Einfluss des Kolonialismus ist nach wie vor spürbar und zeigt sich in den Konzepten der Kulturwirtschaft. Politische Entscheidungsträger fordern, die Werte der Kultur zu verstehen, um einen positiven Einfluss auf das menschliche, soziale und wirtschaftliche Wohl zu haben. Um dem afrikanischen Kontinent einen „New Deal“ zu ermöglichen, sollten Zivilgesellschaft, Akademiker und Regierungen zusammenarbeiten, um neue Ansätze für ein tragfähiges System zu entwickeln und Kunst als Mittel zur Resilienz in Krisensituationen zu begreifen.
Obwohl das Afrikafest nicht stattfinden kann, bleibt die Hoffnung, dass das nächste Jahr neue Möglichkeiten bringt, diese wichtige kulturelle Verbindung zu feiern und zu stärken.






