Am 1. Juni 2023 wird Christine Reininger die Leitung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach (AELF) übernehmen, nachdem Harald Weber Ende Mai in den Ruhestand tritt. Reininger, die derzeit als Bereichsleiterin Landwirtschaft am AELF tätig ist, bringt umfangreiche Erfahrungen aus der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung mit, die sie seit 1999 sammelt. Ihr Vorgänger, Harald Weber, hat über 35 Jahre in der Landwirtschaftsverwaltung gearbeitet und leitete seit 2019 das AELF Coburg, bevor es 2022 mit Kulmbach fusionierte. Weber, geboren in Hof und ausgebildet an der TU München-Weihenstephan, hat in verschiedenen leitenden Funktionen gewirkt und war maßgeblich an der Entwicklung der Landwirtschaft in der Region beteiligt.
Christine Reininger, geboren in Weiden und Absolventin der Ökotrophologie an der Technischen Universität München-Weihenstephan, startete ihre Karriere in der Beratung und im Bereich Ernährung und Hauswirtschaft. Mit ihrer Erfahrung in der Leitung der Landwirtschaftsschule am AELF Coburg und ihrer aktuellen Position als Bereichsleiterin ist sie gut gerüstet, um die Herausforderungen in der Landwirtschaft und Ernährung zu meistern. Der Wechsel an der Spitze des AELF ist ein bedeutender Schritt, der nicht nur die Verwaltung, sondern auch die gesamte Region betrifft.
Soziale Landwirtschaft in Nordbayern
Ein weiterer Aspekt, der unter Reiningers Leitung an Bedeutung gewinnen könnte, ist die soziale Landwirtschaft in Nordbayern. Diese Form der Landwirtschaft verbindet soziale Arbeit mit landwirtschaftlichen Aktivitäten und bietet zahlreiche Möglichkeiten, insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen. Christine Reininger ist auch in diesem Bereich aktiv und hat an verschiedenen Netzwerkveranstaltungen teilgenommen, darunter das offene Netzwerktreffen Soziale Landwirtschaft Nordbayern, das am 15. November 2019 stattfand. Hier wurden wichtige Themen wie das Bundesteilhabegesetz und Erfahrungsberichte zu Außenarbeitsplätzen diskutiert.
Die Entwicklung der sozialen Landwirtschaft ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Rund 250 bayerische Betriebe kombinieren soziale Arbeit mit Landwirtschaft, was auf eine hohe Nachfrage nach sozialen Angeboten im ländlichen Raum hinweist. Veranstaltungen wie die Netzwerktreffen und Seminare, die von Reininger organisiert oder betreut wurden, fördern den Austausch zwischen Landwirten und Sozialträgern und sind entscheidend für die Etablierung von Kooperationen.
Forschungsprojekte zur sozialen Landwirtschaft
Ein aktuelles Forschungsprojekt, das von 2025 bis 2028 laufen wird, ist SoLaBay, welches darauf abzielt, das Angebot an Sozialer Landwirtschaft in Bayern zu verbessern. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) finanziert und soll die soziale Daseinsvorsorge im ländlichen Raum stärken. Dabei wird eine enge Kooperation zwischen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft angestrebt. Die Ziele sind vielfältig: von der Untersuchung der Bekanntheit und Akzeptanz Sozialer Landwirtschaft bis hin zum Aufbau und der Evaluation regionaler Netzwerke.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Christine Reininger mit ihrer Expertise und ihrem Engagement für die soziale Landwirtschaft eine Schlüsselrolle in der Weiterentwicklung des AELF Coburg-Kulmbach spielen wird. Die Region darf auf innovative Ansätze und neue Kooperationen hoffen, die den ländlichen Raum stärken und soziale Integration fördern können.






