In einer eindrucksvollen Szene des Widerstands haben Dutzende indigene Aktivisten am Dienstagabend die gesicherte Zeltstadt der UN-Klimakonferenz in Belém, Brasilien, gestürmt. Die Konferenz, die von Tausenden indigenen Stimmen besucht wird, steht im Zeichen des Protestes gegen die Zerstörung ihrer angestammten Heimat – und vor allem gegen die Abholzung des beeindruckenden Regenwaldes. NP-Coburg berichtet von einem gewaltsamen Vorfall, bei dem Aktivisten eine Tür aufbrachen und in ein Gerangel mit Sicherheitskräften gerieten.

Dem BBC-Reporter zufolge lief UN-Sicherheitspersonal hinter brasilianischen Soldaten her und forderte die anwesenden Delegierten auf, das Gelände unverzüglich zu verlassen. Über Social Media wurden eindrucksvolle Videos geteilt, auf denen große Gruppen von Indigenen demonstrieren und Fahnen schwenken, während die Situation zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften angespannt bleibt.

Ein Blick auf die Protestbewegung

Die Weltklimakonferenz in Belém markiert das erste Mal seit Jahren, dass ein solches Ereignis in einem demokratischen Rechtsstaat stattfindet. In der Vergangenheit fanden die Konferenzen oft in autoritär regierten Ländern statt, wo Demonstrationen stark eingeschränkt waren. In Brasilien hingegen ist der Raum für Proteste auch im Stadtgebiet gegeben, und bis zur Halbzeit der Konferenz am Wochenende werden weitere Proteste sowie „Klimastreiks“ weltweit erwartet, wie Die Zeit berichtet.

Eine der Stimmen, die besonders herausragt, ist Jefferson Macurap, ein Vertreter der indigenen Jugend Brasiliens. Er betont die entscheidende Einheit aller Menschen unabhängig von Landesgrenzen und ruft dazu auf, die Gemeinschaften des Amazonas nicht aus den Augen zu verlieren. Macurap äußerte den Wunsch, breitere Unterstützung zu gewinnen, insbesondere von Frauen und Jugendlichen in der Bewegung. Der WWF bemüht sich, durch große Workshops die Perspektiven der Aktivisten in die öffentliche Debatte zu bringen, was WWF hervorhebt.

Am späten Abend nach dem Sturm auf die Zeltstadt beruhigte sich die Lage zwar, dennoch wurden die Zugänge zum COP-Gelände verstärkt bewacht. Die Sicherheitsverantwortung liegt in den Händen der UN-Polizei. Die Jugendbewegung und die voices der Indigenen setzen sich unermüdlich dafür ein, dass die Stimme des Amazonas nicht in der Masse der internationalen Debatten untergeht.