Am Freitagnachmittag wurde das neue Gymnasium in Karlsfeld feierlich eröffnet. Nach einer Bauzeit, die im September 2022 begann, ist eine der größten bildungspolitischen Investitionen in der Region nun abgeschlossen. Mit Platz für bis zu 1.350 Schülerinnen und Schüler ist die neue Bildungseinrichtung ein echter Gewinn für die Gemeinschaft, wie der Donaukurier berichtet. Landrat Stefan Löwl hob in seiner Rede die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Dachau und der Landeshauptstadt München hervor, die sich zu einem Drittel an den Baukosten beteiligt hat.
Bürgermeisterin Verena Dietl bezeichnete das Projekt als Paradebeispiel für regionale Bildungszusammenarbeit, während Ministerpräsident Markus Söder betonte, dass auch der Freistaat Bayern rund ein Drittel der Gesamtkosten getragen hat. Diese konstruktive Kooperation ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass das Projekt bereits vor neun Jahren ins Leben gerufen wurde, damals jedoch auf wenig Gegenliebe in München stieß. Es zeigt sich, dass man manchmal Durchhaltevermögen braucht, um etwas Großes zu realisieren.
Moderne Architektur und innovative Lernkonzepte
Das architektonische Konzept des Gymnasiums setzt auf Offenheit und Licht. Ein zentrales Element ist die eindrucksvolle, 148 Meter lange Magistrale, die die Aula, Mensa, Fachräume und Lernhäuser miteinander verbindet. Auf einer Fläche von 29.000 Quadratmetern vereint das Neubauprojekt nicht nur Unterrichtsräume, sondern auch Chill-Räume, Spielräume und flexible Lernräume, die das „Lernhausprinzip“ fördern. So können die Schülerinnen und Schüler aktiv an der Gestaltung ihres Stundenplans mitwirken – eine moderne und zunehmend gefragte Herangehensweise im Bildungswesen.
Die Ausstattung des Gymnasiums kann sich ebenfalls sehen lassen: Eine große Vierfach-Sporthalle mit Tiefgarage, zahlreiche Freisportflächen und grüne Klassenzimmer auf den Dachterrassen bieten attraktive Lern- und Freizeitmöglichkeiten. Am 14. November findet von 15 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, bei dem Interessierte die neuen Räumlichkeiten kennenlernen können.
Ein Festakt für die Region
Das Richtfest des Gymnasiums war bereits ein festlicher Anlass, an dem etwa 70 Gäste, darunter Lokalpolitiker und Bauvertreter, zusammenkamen. Die Feier wurde von traditioneller Musik untermalt, was für eine fröhliche Stimmung sorgte. Während der Veranstaltung sprach Oberbürgermeister Dieter Reiter, der der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis ebenfalls große Bedeutung beimisst, und dankte den Bauarbeitern, die oft aus Containern kommen. Ein Highlight des Richtfests war der moment, als der Kran den Richtkranz auf das Dach hob und der Zimmermann den Richtspruch hielt. Eines der traditionellen Rituale war das Zerbrechen von drei Weingläsern, welches das Gelingen des Bauvorhabens symbolisierte.
Insgesamt zeigt das Projekt, wie wichtig flexible und innovative Schulkonzepte für die Zukunft unserer Kinder sind. Das Gymnasium in Karlsfeld wird ab September 2025 schrittweise eröffnet, beginnend mit den Jahrgängen 5 bis 8. Bis 2031 wird der erste Abiturjahrgang gefeiert und somit ein neuer Bildungsweg beschritten. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese neue Bildungseinrichtung entwickeln wird und welche Impulse sie für die Region geben kann. Gerade in einer Zeit, in der die Schulinfrastruktur in Deutschland verstärkt in den Fokus rückte, ist dieses Vorhaben ein Schritt in die richtige Richtung, auch im Rahmen der in den verschiedenen Bundesländern geltenden Schulbauverordnungen.
Ein großer Schritt für Karlsfeld und seine Schülerinnen und Schüler – ein gutes Händchen in der Bildungspolitik ist jetzt mehr denn je gefragt!