Im Pfarrheim von Zeholfing fand am 9. November 2025 ein spannender Seniorentreff statt, zu dem rund 45 Interessierte kamen. Hierbei nahm der ehemalige Landrat Heinrich Trapp die Anwesenden mit auf eine Reise durch die Geschichte der Isarbrücken im Landkreis Dingolfing-Landau. Dieser monatliche Treff ist ein fester Bestandteil des Gemeindelebens und bietet den Seniorinnen und Senioren abwechslungsreiche Nachmittage mit Geselligkeit, Musik und Vorträgen. Der Vormittag wurde von Hans Peer mit ihrer gewohnt spritzigen Art eröffnet, während Ludwig Stich auf der Steirischen die musikalische Begleitung übernahm.
Trapp, der seine Ausführungen unter das Motto „Heimatgeschichten“ stellte, beleuchtete die historische Bedeutung der Isar und ihrer Brücken, und wie diese Landschaft und Geschichte geprägt haben. Der Vortrag war eine gelungene Kombination aus lebendiger Erzählkunst und spannenden Fakten. So erklärte Trapp, dass die Isar im Laufe der Jahre eine bedeutende Wasserstraße für Handel, Floßung und Brückenzölle war. Dabei hatte er auch einige technische Entwicklungen im Blick, die sich im Laufe der Jahrhunderte an den Neigungen des Flusses orientieren mussten.
Die Brücken und ihre Geschichten
Wie Trapp ausführte, hat jede Brücke ihre eigene Geschichte, die es gilt, zu entdecken. In seinem vor knapp einem Jahr veröffentlichten Buch „Brücken in die Vergangenheit“ dokumentiert der Altlandrat die Geschichten der Isarbrücken. Dies geschah im Rahmen eines Leader-Projekts, das die Schicksale hinter diesen Bauwerken lebendig machen soll. Am Fluss stehen an 13 Standorten Infotafeln, die die Geschichte der Brücken anschaulich vermitteln. Bei seiner Recherche verbrachte Trapp viele Stunden in Archiven, unterstützt von seiner Familie.
Besondere Aufmerksamkeit widmete Trapp einem tragischen Unglück am 13. März 1942 in Zeholfing. Bei diesem Vorfall kamen vier Wasserbauarbeiter ums Leben, was einmal mehr zeigt, wie eng die Geschichten der Menschen mit den Brücken verwoben sind. Aus alten Karten wird deutlich, dass sich das Flussbett im Lauf der Jahrhunderte ständig verändert hat, was die Brückenbaukunst vor große Herausforderungen stellte.
Die Entwicklung der Isarbrücken
Die erste urkundliche Erwähnung einer Isarbrücke in Zeholfing reicht bis ins Jahr 1581 zurück. Die heutige Brücke wurde 1982 erbaut und kostete damals 3,45 Millionen Mark. Ein besonderes historisches Ereignis war 1899, als erstmals ein Auto über die Brücke rollte. Trapp erklärte zudem, wie sich die Flussregulierung, Hochwasserdämme und Schiffsmühlen im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Wie die Zuhörer schlussendlich feststellen konnten, sind Brücken mehr als nur bauliche Verbindungen. Sie symbolisieren auch die Vernetzung und Geschichte einer Region. Maria Häfel, die den Vortrag mit Verve moderierte, bedankte sich bei Trapp für die facettenreiche Geschichtsstunde und überreichte ihm ein Präsent. Der Nachmittag fand seinen gemütlichen Ausklang bei Kaffee, Kuchen und der musikalischen Einlage von Hans Peer und Ludwig Stich, die für eine angenehme Atmosphäre sorgten.
In Anbetracht der tiefen Verwurzelung der Isar mit der Region und den vielen Geschichten, die die Brücken erzählen, wird schnell klar: Ein Blick in die Vergangenheit ist auch ein Blick in unsere gemeinsame Zukunft. Wer mehr über die historischen Hintergründe wissen möchte, findet das Buch „Brücken in die Vergangenheit“ im regionalen Buchhandel und im Landratsamt.