Die evangelischen Dekanate in Papua-Neuguinea und die bayerische Landeskirche haben eine langjährige Partnerschaft, die durch die Arbeit von Bischof Jack Urame geprägt ist. Urame, der am 15. Januar 2016 zum leitenden Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea gewählt wurde, hat sich intensiv für den Austausch zwischen den Kirchen eingesetzt. Dieser Austausch ist nicht nur geistlicher Natur, sondern umfasst auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, denen die Kirche heute gegenübersteht. Laut Donau-Ries Aktuell entschied sich Urame, seine Mission in Deutschland zu beginnen, als er im Jahr 2001 mit seiner Familie für vier Jahre nach Deutschland kam.
Die Urame-Familie lebte in Auhausen im Dekanat Oettingen, wo Jack Urame als Pfarrer in einer Kirchengemeinde wirkte. Während seines Aufenthalts war es ihm wichtig, die Gemeinden zu besuchen und ihre Botschaft weiterzutragen. Auf diese Weise kam es 2010 zu einem Besuch einer Delegation der Dekanate Omkolai und Nulainil in Oettingen, die sich ebenfalls ins Goldene Buch der Stadt eintrug.
Kirchliche Herausforderungen und die Bedeutung des Austauschs
„Die Kirche muss für die junge Generation relevant bleiben“, betont Urame in einem aktuellen Interview mit dem Sonntagsblatt. Dies ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass 90 Prozent der Bevölkerung in Papua-Neuguinea Christen sind, die Hälfte davon unter 20 Jahre alt. Urame sieht die Notwendigkeit, neue Gottesdienstformen und bedeutungsvollere Botschaften zu entwickeln, um den heutigen kulturellen Herausforderungen gerecht zu werden. „Wir müssen die Botschaft in der heutigen Kultur verständlich machen“, sagt er.
Ein zentrales Anliegen Uramen ist es, dass die Kirche aktiv wird, um gegen die Ungerechtigkeiten anzukämpfen, die aus der Ausbeutung von Bodenschätzen durch Großkonzerne resultieren. Diese Unternehmen kümmern sich oft nicht um die Umwelt und lassen die lokale Bevölkerung in Armut zurück. Dies ist eine ernsthafte Herausforderung, die er auf der Landessynode ansprechen will, wo auch der Partnerschaftsvertrag zwischen Bayern und der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea erneuert werden soll.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea
Die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG) spielt eine bedeutende Rolle in der Region und ist Mitglied im Lutherischen Weltbund sowie im Nationalen Kirchenrat von Papua-Neuguinea. Sie pflegt enge Partnerschaften zu lutherischen Kirchen in den USA, Australien und anderen Ländern, wie die Website von Mission EineWelt informiert. Die Kirche ist in diversen Arbeitsbereichen aktiv, darunter Schulen, Krankenhäuser und Ausbildungsstätten, und bietet zahlreiche Einrichtungen zur Unterstützung der Gemeinden an.
Insgesamt unterrichtet die ELC-PNG rund 57.500 Schüler, unterstützt durch etwa 2.500 Lehrer. Auch die Gesundheitsversorgung wird durch mehrere Krankenhäuser und Gesundheitszentren gewährleistet. Der Lutherische Entwicklungsdienst arbeitet zudem an der ländlichen Entwicklung, wofür kircheneigene Unternehmen die finanzielle Basis bereitstellen.
Die sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Einbindung der Jugend in die kirchlichen Aktivitäten sind Themen, die auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen werden, wenn es darum geht, die Glaubensgemeinschaft für die kommenden Generationen lebendig und relevant zu halten.