Die politischen Wellen im Landkreis Donau-Ries schlagen hoch. Claudia Marb, die Landratskandidatin der CSU, hat kürzlich eine Zuhörtour unter dem Motto „nahbar unterwegs“ gestartet. Diese Tour begann am Freitag, den 10. Oktober 2025, mit einem Auftakt um 18:00 Uhr auf dem Kiwanis-Oktoberfest in Donauwörth. Ziel dieser Initiative ist es, den direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern herzustellen und herauszufinden, was die Menschen wirklich bewegt. Marb lädt alle Interessierten ein, sich auszutauschen und ihre Anliegen vorzubringen.
Doch trotz dieser Bemühungen hat die CSU bei den letzten Kommunalwahlen stark an Boden verloren. Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur letzten Wahl massiv gesunken, was zu einem nur minimal verbesserten Ergebnis für Marb führte. Viele Beobachter sind der Meinung, dass die CSU kein zusätzliches Potenzial im Donau-Ries hat und die traditionellen Wähler nicht in ausreichender Zahl zur Wahl gegangen sind. Hier ist eine grundlegende Analyse erforderlich, um aus dieser Wahlniederlage die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Dr. Fabian Mehring, Bayerns Digitalminister, hebt die Bedeutung von Hausbesuchen und echtem Zuhören hervor. Dies ist besonders wichtig, um nicht nur mit den Stammwählern zu kommunizieren, sondern auch den direkten Austausch mit allen Bürgern zu suchen. Der Eindruck, dass Marb sich hauptsächlich in der CSU-Blase bewegte, könnte sich als hinderlich für die Partei erweisen.
Kommunalwahlen im Kontext
Die Kommunalwahlen in Bayern, die auch den Landkreis Donau-Ries betreffen, sind von entscheidender Bedeutung. Hier entscheiden die Wähler über Bürgermeister, Landräte sowie die Zusammensetzung von Kreistagen und Gemeinderäten. Im Jahr 2020 lag die Wahlbeteiligung bayernweit bei 58,7 Prozent, und die aktuellen Wahlen haben bereits eine höhere Beteiligung in vielen großen Städten gezeigt. In Donau-Ries ist die Situation jedoch anders, und die CSU muss sich mit den Ursachen der geringen Wahlbeteiligung auseinandersetzen.
Diese Wahlen sind nicht nur für die lokale Politik wichtig, sondern haben auch Signalwirkung auf die bayerische Landespolitik. Die CSU strebt an, ihre kommunale Verankerung zu festigen, nachdem die landesweite Zustimmung von 40 auf 34,5 Prozent gesunken ist. In diesem Kontext können auch andere Parteien wie die Freien Wähler, die SPD und die AfD von der aktuellen Lage profitieren und ihre Positionen verstärken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für die CSU unerlässlich ist, den direkten Austausch mit allen Bürgern zu suchen und nicht nur in der eigenen Blase zu agieren. Die Zuhörtour von Claudia Marb ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch es bleibt abzuwarten, ob dies ausreicht, um die Wähler zurückzugewinnen und die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Die nächsten Monate werden entscheidend sein für die politische Landschaft im Donau-Ries und darüber hinaus.



