In Oberpframmern und darüber hinaus herrscht tiefe Trauer über den plötzlichen Tod von Barbara Kronester, der beliebten Kreisbäuerin des Landkreises Ebersberg. Die 62-Jährige verstarb überraschend am Tag nach ihrer Wahl in den Kreistag. Ihr Tod kommt für viele unerwartet und hat bei Kollegen aus der Landwirtschaft und der Politik einen Schock ausgelöst. Bürgermeister Andreas Lutz drückt es treffend aus: Ihr Tod hat „ins Herz getroffen“. Auch der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber betont, dass der traurige Verlust die Freude über ihren Wahlsieg überschattet.

Kronester, die erst kürzlich der CSU beigetreten war und für die Kandidatur gewonnen wurde, setzte sich leidenschaftlich für die Landwirtschaft ein, ohne dabei belehrend zu wirken. Ihr Engagement reichte von Seminaren zur Stressbewältigung bis hin zur Organisation von landwirtschaftlichen Radtouren. Besonders geschätzt wurde sie als Ansprechpartnerin für die Ebersberger Zeitung und als „Mama“ unter den Bäuerinnen, wie Vize-Kreisbäuerin Maria Festl sie nannte.

Ein Leben für die Landwirtschaft

Barbara Kronester hinterlässt nicht nur ihren Mann, drei Söhne und fünf Enkelkinder, sondern auch eine tief verwurzelte Leidenschaft für ihre Heimat und deren Traditionen. Ursprünglich wollte sie Ende 2022 als Kreisbäuerin abtreten, setzte jedoch fort, da sich keine Nachfolgerin fand. Ihr Wunsch war es, mehr für den Erhalt von Traditionen zu tun, um die Heimat für zukünftige Generationen zu bewahren. In ihrer Heimat Oberpframmern war sie ein bekanntes Gesicht, das sich aktiv für die Gemeinschaft einsetzte. Ihre Lieblingsplätze in der Region waren die Kirche in Niederpframmern und die Spaziergänge im Wald, die sie oft als wunderschön beschrieb.

Mit ihrer positiven Art und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Landwirtschaft brachte sie frischen Wind in die Arbeit der Landfrauen. Die Vorbereitungen auf den jährlich stattfindenden Landfrauentag im Landkreis, wo sich Landfrauen zu seelischen Themen treffen, waren für sie ein Highlight. Komplikationen nach einer kürzlich erfolgten Operation führten jedoch zu ihrem vorzeitigen Tod, der nun eine große Lücke hinterlässt.

Die Rolle der Landfrauen im Wandel

Kronesters Engagement war Teil eines größeren Wandels im Agrarsektor, der durch die jährliche Tagung der 144 Kreisbäuerinnen und Stellvertreterinnen reflektiert wird. Themen wie die Zukunft der Ernährungssysteme, Unterstützung für Landfrauen in Betrieben und politisches Engagement spielen dabei eine zentrale Rolle. Laut der Landesbäuerin Christine Singer sind die Kreisbäuerinnen entscheidend für den Wandel in der Landwirtschaft, da diese Veränderungen sowohl neue Märkte schaffen als auch Herausforderungen für etablierte Branchen mit sich bringen.

Die Diskussion über moralische Standards, Umweltkosten und Zulassungshürden sind ebenfalls relevante Themen, die die heimische Landwirtschaft betreffen. Zudem ist der Bereich der Schulverpflegung von Bedeutung, wobei Singer sich für heimische Lebensmittel und Wahlfreiheit einsetzt. Diese Themen sind nicht nur für die aktuelle Generation von Landfrauen wichtig, sondern auch für die nächsten Generationen, die auf die Traditionen und Werte ihrer Vorgängerinnen aufbauen werden.

Barbara Kronesters Tod erinnert uns daran, wie wichtig das Engagement und die Fürsorge in der Landwirtschaft sind. Ihr Vermächtnis wird in den Herzen der Menschen in Oberpframmern und darüber hinaus weiterleben.