Heute ist der 11.02.2026, und in Ebersberg wird ein ganz besonderes Ereignis gefeiert: Brigitte und Günter Jantos aus Vaterstetten haben ihre Eiserne Hochzeit, das heißt, sie sind seit 65 Jahren verheiratet. Das Paar lebt noch immer in dem selbstgebauten Haus, das sie nach ihrer Hochzeit errichteten. Es war eine lange Reise, die 1960 begann, als sie sich beim Polizeiball kennenlernten – eine Begegnung, die nicht gleich von Liebe auf den ersten Blick geprägt war. So unterschiedlich die beiden auch sein mögen, sie haben es geschafft, eine harmonische Beziehung aufzubauen, in der es nie zu Streitigkeiten kam. Günter schätzt die Harmonie in ihrer Ehe, während Brigitte besonders die Rücksichtnahme ihres Partners hervorhebt.
Günter Jantos, der am 10. Februar 2026 seinen 95. Geburtstag feierte, hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich. Geboren in Oberschlesien, kam er über verschiedene Stationen nach München und arbeitete dort als Maurergeselle. Sein ursprünglicher Plan, den Faschingsball der damischen Ritter zu besuchen, führte ihn stattdessen zum Polizeiball, wo er Brigitte Hefter, die Münchnerin, traf. Ihre Gefühle zueinander entwickelten sich langsam, und trotz Brigittes anfänglicher Zurückhaltung bezüglich der Ehe heirateten sie 1961 im Standesamt am Mariahilfplatz. Brigitte trug zu diesem besonderen Anlass ein schwarzes Kleid, da sie Geld für den Hausbau sparen wollten und gleichzeitig um ihren verstorbenen Großvater trauerten.
Ein bewegtes Leben
Die Geschichte von Brigitte und Günter ist ein Beispiel für eine stabile und liebevolle Partnerschaft. In den Jahren nach ihrer Hochzeit widmeten sie sich dem Bau ihres Hauses in Vaterstetten und Günter arbeitete sich beruflich hoch, indem er die Meister- und Ingenieursprüfung ablegte und schließlich Geschäftsführer einer Baufirma sowie im Landratsamt München tätig wurde. Währenddessen war Brigitte im Büro beschäftigt, sodass das Paar wenig Zeit für Hobbys hatte. Dennoch erinnern sie sich gerne an die gemeinsamen Unternehmungen, wie das Bergsteigen und Reisen. In den letzten Jahren wurde das Reisen aus gesundheitlichen Gründen jedoch beschwerlich, weshalb sie nun ihren Garten genießen.
Aber die Jantos sind nicht die einzigen, die in diesem Jahr ihre Eiserne Hochzeit feiern. Auch Alice und Heinrich Braun aus Büchelberg blicken auf 65 Jahre Ehe zurück. Ihre Hochzeit fand vor 65 Jahren im Rathaus ihrer Heimatgemeinde und in der Sankt-Laurentius-Kirche statt. Alice, die älteste von sechs Geschwistern, und Heinrich, der älteste von vier, mussten sich in ihrer Kindheit um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Heinrichs Vater war Frühinvalide und benötigte Unterstützung, was das Aufwachsen in der Kriegszeit zusätzlich erschwerte. Nach der Hochzeit zogen Alice und Heinrich zu ihren Eltern in die Turmstraße, wo sie noch heute wohnen. Ihr Engagement in der Gemeinde zeigt sich in Alice‘ Gesang im Kirchenchor und Heinrichs Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Bedeutung der Eisernen Hochzeit
Die Eiserne Hochzeit ist mehr als nur ein Jubiläum; sie steht für die lange und stabile Bindung zwischen den Partnern. Oft werden besinnliche Gedichte vorgetragen, um die Liebe und Verbundenheit zu würdigen. Gedichte wie „Die Liebe, die uns eint“ oder „Das Band der Liebe“ thematisieren die Stärke der gemeinsamen Erlebnisse und die unerschütterliche Verbindung, die im Laufe von 65 Jahren gewachsen ist. Anlässe wie diese geben den Partnern die Möglichkeit, Dankbarkeit für die gemeinsam gemeisterten Herausforderungen zu zeigen und ihre Liebe zu feiern, die ein Leben lang Bestand hat. Das gilt sowohl für das Ehepaar Jantos als auch für das Ehepaar Braun, die beide auf ein bewegtes und erfülltes Leben zurückblicken können.