In Grafing gibt es einen jungen Mann, der es ganz schön ernst mit seinem Engagement nimmt. Der 14-jährige Wiktor Galogaza besucht seit April 2025 regelmäßig die Stadtratssitzungen und setzt sich aktiv im Jugendforum ein. Damit hat er nicht nur das Ohr der Stadtoberen erwischt, sondern zeigt auch, wie wichtig Jugendlichen ihre Stimme in der politischen Landschaft ist. Wiktor spricht fließend Deutsch, Polnisch, Kroatisch und Englisch und bringt sich intensiv in das Geschehen der Stadt ein. Seine herausragenden Beiträge zur Gestaltung des neuen Grafinger Jugendtreffs wurden bereits gewürdigt.
Doch im Fokus seiner Leidenschaft steht die neue Initiative des Stadtrats: der 8er-Rat. Diese Gremien bilden eine Interessensvertretung für Schüler des 8. Schuljahrgangs aller Schultypen. [Merkur] berichtet, dass der Rat darauf abzielt, das soziale Zusammenleben in Grafing zu fördern. Inspiriert von ähnlichen Initiativen in Städten wie Ebersberg, Wertheim und Freiburg in Baden-Württemberg, hat der 8er-Rat das Potenzial, eine neue Ära der Jugendbeteiligung einzuleiten.
Wunsch nach direkter Mitbestimmung
Trotz dieser positiven Entwicklungen hat Wiktor Bedenken. Als aktiver Teilnehmer der Gespräche betont er, dass ein Jugendrat, der freiwilliges Engagement ermöglicht, möglicherweise eine bessere Lösung wäre. „Die Jugendlichen müssen Vertrauen aufbauen, um offen kommunizieren zu können“, so Wiktor. MIT seinen offenen Äußerungen weist er drauf hin, dass es wichtig ist, den jungen Menschen ein Sprachrohr zu geben, damit sie zu Themen, die ihnen am Herzen liegen, Gehör finden.
Die Meinungen und Wünsche von Jugendlichen fließen oft nicht in politische Entscheidungen ein. Der [Partizipations-Blog] betont, dass Kinder und Jugendliche ein großes Interesse an politischer Beteiligung zeigen, jedoch oft nur aus bildungsnahen Milieus und sozial bessergestellten Hintergründen in entsprechende Gremien gelangen. Der 8er-Rat könnte hier gerade für sozial benachteiligte Jugendliche eine Plattform bieten, um mehr Inklusion und Mitgestaltung zu fördern.
Teilnahme an politischen Prozessen fördern
Wie Wiktor es sich wünscht, könnte der 8er-Rat dazu beitragen, das Selbstvertrauen der Jugend zu stärken und sie zur aktiven Mitwirkung in politischen Belangen zu motivieren. Studien haben gezeigt, dass Programme zur Jugendbeteiligung, wie der 8er-Rat, die Chancen auf politische Mitbestimmung für alle Altersgruppen erhöhen. Der Erfolg eines solchen Formats hängt allerdings maßgeblich von der Akzeptanz der Jugendlichen ab – ein Aspekt, auf den auch Denis Schuster in seiner Analyse hinweist, die einen positiven Zuspruch und wertvolle Erfahrungen unter den teilnehmenden Schülern dokumentiert.
Wiktor Galogaza und die anderen Jugendlichen in Grafing stehen also an einem spannenden Punkt der Mitbestimmung. Sollte die Stadt auf ihre Wünsche hören und den 8er-Rat entsprechend gestalten, könnte das Engagement der jungen Menschen nicht nur ansteigen, sondern auch mehr Gewicht in der politischen Arena von Grafing erhalten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden, doch die Bereitschaft der Jugendlichen, sich aktiv für ihre Belange einzusetzen, ist unverkennbar. Die Stadt hat die Chance, diesen Enthusiasmus aufzugreifen und eine nachhaltige Veränderung herbeizuführen.





