Stellen Sie sich vor, wie es wäre, das konventionelle Leben hinter sich zu lassen und stattdessen auf einem Katamaran im sonnigen Mittelmeer zu leben. Genau das ist der Traum, den sich die Familie Mostoller aus Poing verwirklicht hat. Seit Oktober 2024 leben Anny (48) und Jay (52) mit zwei ihrer drei Kinder an Bord eines Leopard 38 in dem griechischen Hafen von Mesolongi.

Die Entscheidung, ihr gewohntes Leben aufzugeben, kam nicht von heute auf morgen. Bei einem gemütlichen Abendessen diskutierten sie, wie es wäre, dem Alltag in Poing den Rücken zu kehren, wo sie zuvor zwölf Jahre gelebt hatten. Im Jahr 2020 suchten sie im Ferienhaus an der Ostsee bereits nach einem neuen Lebensstil und beschleunigten ihren Entschluss. Im August 2024 brachen sie zu einem beeindruckenden Roadtrip auf, der sie über 10.000 Kilometer durch Dänemark, Schweden, Estland, Lettland, Litauen und Polen bis nach Österreich führte.

Ein neues Leben an Bord

Nachdem sie im Oktober den Katamaran gefunden hatten, galt es, einige Reparaturen durchzuführen, bevor sie das Segeln erlernen konnten. Das Leben auf dem Wasser ist jedoch alles andere als einfach. Ohne Spül- oder Waschmaschine und mit einem begrenzten Platzangebot müssen sich die Mostollers anpassen und mit dem Wenigen, was sie haben, effizient haushalten. Einkäufe erledigen sie meist per Fahrrad in kleinen Läden, und einige Lebensmittel stellen sie auch selbst her.

Sohn Bradley (17) macht seinen Highschool-Abschluss online, während Tochter Katie (13) ebenfalls an einer digitalen Schule eingeschrieben ist und im örtlichen Tanzverein aktiv ist. Jay, ein erfahrener Segler, schätzt besonders den Austausch mit anderen Bootsnachbarn und hebt hervor, dass diese Art des Lebens eine enge Gemeinschaft fördert. Laut femtastics.com zeigt sich, dass das Leben an Bord zunehmend von einem individualistischen Lifestyle und einer starken Gemeinschaft geprägt ist, die oft über soziale Medien wie Instagram verbunden ist.

Herausforderungen und Freuden des Bootlebens

Natürlich bringt das Leben auf dem Wasser auch Herausforderungen mit sich. Laut boatblissblog.com sind unter anderem Wartung und Reparaturen ständige Begleiter. Die Familie Mostoller hat sich jedoch darauf eingestellt und schätzt die Möglichkeit, in unmittelbarem Kontakt zur Natur zu leben und diese Freiheit täglich zu erleben. Ein Aspekt, den viele Bootsurlauber als besonders wertvoll erachten, sind die geringeren Lebenshaltungskosten im Vergleich zu einem herkömmlichen Lebensstil.

Während sie bis März 2026 in Mesolongi verweilen, plant die Familie, danach nach Italien und Spanien zu segeln und schließlich ein ambitioniertes Ziel ins Auge zu fassen: die Überquerung des Atlantiks. Dabei leben sie von ihren Ersparnissen und genießen die Flexibilität, die das Bootleben mit sich bringt. Dieser alternative Lebensstil hat nicht nur ihre Sichtweise auf das Leben verändert, sondern auch den Trend hin zu ortsungebundenem Arbeiten und Leben gefördert. Eine Studie hat gezeigt, dass über 55% der Generation Z ein solches Arbeitsmodell begrüßen, was die Mostollers nur bestätigen können, da sie höchste Zufriedenheit mit ihrem neuen Lebensstil empfinden.

So zeigt sich, dass der Schritt auf die hohe See nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Möglichkeit ist, als Familie enger zusammenzuwachsen und unabhängig von den Konventionen des Alltags zu leben.