In der Fragestellung der Erweiterung der Integrierten Leitstelle (ILS) in Erding gibt es nun wieder frischen Wind. Das Thema wurde kürzlich in der Versammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Erding (ZRF) angesprochen und, wie so oft, vertagt. Die Landräte Helmut Petz aus Freising und Robert Niedergesäß aus Ebersberg sind mit der neu vorgelegten Kostenberechnung von 23,25 Millionen Euro unzufrieden. Diese Summe ist aufgrund eines Anbieterwechsels höher als die im April genannten 22,9 Millionen Euro, was die Diskussion nicht gerade vereinfacht. Merkur berichtet, dass Petz einen alternativen Standort am Kammermiller Hof am Münchner Flughafen ins Spiel brachte. Doch der Erdinger Bürgermeister Bayerstorfer macht klar, dass die FMG das Areal nicht verkaufen möchte.
Ein weiteres Hindernis für Niedergesäß stellt die Zustimmung seines Kreistags dar, bevor er der Umbausumme zustimmen kann. Die Diskussion über die notwendige ILS-Erweiterung dauert bereits seit 2021 an, und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich damals bereits für den Standort Erding ausgesprochen. Hubert Maier, der Leiter der Leitstelle, hebt den dringend nötigen Platzmangel hervor: „Wir brauchen neun Einsatz-Leittische für rund 200 Einsätze pro Tag.“ Zudem steht ein Austausch der Hardware an, da diese mittlerweile nach zehn Jahren in die Jahre gekommen ist.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz
Ein interessantes Element in den aktuellen Planungen ist der mögliche Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Bearbeitung fremdsprachlicher Notfälle. In einem anderen Projekt, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert wird, wird untersucht, wie KI im Rettungswesen genutzt werden kann. BMV erklärt, dass die Retter in Deutschland auf eine heterogene Struktur stoßen und die Digitalisierung hinter den Entwicklungen in anderen europäischen Ländern zurückbleibt. Das Projekt zielt darauf ab, ein Modell zur Optimierung der Rettungskette zu entwickeln und die Möglichkeiten für datenbasierte Mobilität zu verbessern.
Die Integration von KI in den Rettungsdienst könnte nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch helfen, Rettungseinsätze besser zu koordinieren und schneller zu reagieren. Doch solange es noch Unklarheiten bei der Finanzierung und den Standortalternativen geben wird, bleibt eine endgültige Entscheidung über die Erweiterung der ILS auf der Warteliste.
Ausblick auf die Entscheidungsfindung
Bis zum 19. Dezember ist eine weitere Klärung der Situation geplant. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Landräte auf einen gemeinsamen Nenner einigen können und ob die Finanzierung der Erweiterung in trockenen Tüchern ist. Ein anstehendes Treffen könnte die Weichen für die Zukunft der ILS stellen – dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern um die Sicherheit und Effizienz im Rettungswesen in der Region.