In einer feierlichen Zeremonie wurden in Eichstätt insgesamt fünfzehn Mitarbeitende für ihre langjährige Treue und ihren Einsatz geehrt. Die Stände des Bischöflichen Ordinariats und das Bistum Eichstätt bedankten sich am 19. November 2025 im Priesterseminar für die Verdienste der Jubilare, die im Hintergrund wertvolle Unterstützung leisten. Michael Alberter, der ständige Stellvertreter des Diözesanadministrators, hob die Bedeutung von Verantwortung, Zuverlässigkeit und Loyalität hervor. Diese Eigenschaften sind gerade in Zeiten des Umbruchs besonders wichtig, da das Bistum nicht primär dem Gewinn, sondern der Verbreitung von Gottes Wort dient.

Besonders emotional wurde das Lob von Mitarbeitendenvertretungsvorsitzendem Gerhard Lehmeyer, der die Jubilare als „Long-Performer“ bezeichnete. „Eure Erfahrung ist ein wertvoller Beitrag zur ergreifenden Mission des Bistums“, so Lehmeyer. Die Feier beinhaltete nicht nur Gratulationen und die Übergabe von Geschenken, sondern auch einen Austausch bei Häppchen und Getränken. Eine besondere Attraktion war das Glücksrad-Bingo, in dem die Jubilare Anekdoten aus ihren Dienstjahren teilten. Moderiert wurde die Veranstaltung charmant von Simone Hoffmann, unterstützt von Auszubildender Annika Funk. Musikalisch umrahmte Domkantorin Deborah Faul die Feier am E-Piano.

Kirchliche Herausforderungen werfen Schatten

Während die Ehrung der Jubilare ein Zeichen für Beständigkeit und Engagement setzt, steht das Bistum Eichstätt auch vor drängenden Herausforderungen. In den letzten Monaten gab es schwere Vorwürfe gegen einen Priester, dessen mögliche Taten im Heimatland des Geistlichen geschehen sein sollen. Diese Vorwürfe wurden dem Bistum Ende Mai anonym zugetragen, das daraufhin alle notwendigen Unterlagen umgehend an die Staatsanwaltschaft weiterleitete. Aufgrund der internationalen Dimension der Vorwürfe konnte das Bistum Eichstätt jedoch keine kirchenrechtlichen Maßnahmen ergreifen und informierte über die Situation den Vatikan sowie die betroffenen Mitarbeitenden des Pfarrverbandes.

Zusätzlich gab es jüngst einen Freispruch im kirchlichen Strafprozess eines Geistlichen aus dem Landkreis Eichstätt. Das Bistum teilte mit, dass die Beurteilung auf einer unzureichenden Beweislage beruhte. Man hob dabei hervor, dass der Freispruch nicht gleichbedeutend mit der Unschuld des Priesters ist, da Zweifel an einer kirchenrechtlichen Verurteilung nicht ausgeräumt werden konnten. Auch wenn der Betroffene nun offiziell exkulpiert wurde, bleibt er aufgrund eines vorherigen rechtskräftigen Strafbefehls vom pastoralen Dienst ausgeschlossen. Eine Fachkommission wird nun über seinen weiteren Einsatz beraten.

In der Sache um sexuellen Missbrauch plant Italien eine Pilotstudie zur Aufarbeitung ähnlicher Vorfälle in den letzten zwei Jahrzehnten. Bistümer haben in den vergangenen Monaten eine Testphase mit dem Istituto degli Innocenti und dem Zentrum für Opferforschung durchgeführt, um für Transparenz und Aufklärung in diesem sensiblen Bereich zu sorgen.

Das Bistum Eichstätt setzt weiterhin auf maximale Transparenz und die sorgfältige Aufklärung aller Vorwürfe. Es wird angeboten, dass mögliche Betroffene sich bei externen Ansprechpersonen oder dem Betroffenenbeirat melden können. Die Entwicklungen in dieser Thematik sind weiterhin von großer Bedeutung für das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Kirche in der Region.

Für die Gemeindemitglieder bleibt es wichtig, das Engagement der zahlreichen Mitarbeitenden zu würdigen, die ihre Arbeit im Dienste der Gemeinschaft leisten, während gleichzeitig die Herausforderungen in den Vordergrund rücken, die das Vertrauen in die Kirchenleitung auf die Probe stellen.