In Dorfen, im Landkreis Erding, sorgt die Ausbreitung invasiver Waschbären für besorgniserregende Situationen. Die Bevölkerung macht sich zunehmend Gedanken über die negativen Folgen dieser exotischen Tiere, die nicht nur gefährlich für die heimische Tierwelt, sondern auch für die Gesundheit von Hunden sein können. Merkur berichtet, dass Jäger alarmiert sind. Maximilian Streibl dokumentierte einen Waschbären, der auffallend durch die Apothekergasse schlenderte und direkt zum Rathausplatz weiterzog. Das Bild eines solch gewitzten Tieres, das sich frei in Dorfen bewegt, ist nicht gerade beruhigend.

Franz Streibl, der langjährige Hegegemeinschaftsleiter von Dorfen, äußert sich eindeutig: Waschbären sind in der Region nicht willkommen. Diese cleveren Allesfresser richten laut Experten erhebliche Schäden an, da sie sich von Abfällen ernähren. Dazu gehören alles mögliche – von Lebensmitteln wie Äpfeln und Pommes bis hin zu einem kleinen Snack in Form von Mäusen oder Schnecken. Diese Anpassungsfähigkeit macht es den Waschbären leicht, sich im Isental und darüber hinaus auszubreiten.

Die Gefahren durch Waschbären

Die Schattenseiten der Waschbärpopulation sind nicht nur auf die Nahrungsaufnahme beschränkt. Diese Tiere sind bekannt dafür, Krankheiten zu übertragen, darunter Tollwut und Staupe, welche insbesondere eine Bedrohung für Hunde darstellen. Der gefährliche Waschbärspulwurm könnte zudem als Zoonose in die Umgebung der Menschen eindringen und somit ein Gesundheitsrisiko darstellen. Merkur berichtet über die Bemühungen, künftige Lösungen durch Stichproben zu finden, um die Rolle der Waschbären als Krankheitsüberträger genauer zu untersuchen.

Waschbären sind nicht nur in Dorfen ein Thema. Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt erforscht die Ausbreitung der Waschbärpopulation in Deutschland im Rahmen des Projekts ZOWIAC. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden zahlreiche Jagddaten ausgewertet, um herauszufinden, wie sich die Waschbären verbreiten. Aktuelles Uni Frankfurt hebt hervor, dass hohe Waschbärpopulationen vor allem in Nordhessen und Nordostbrandenburg stabil sind, während beispielsweise Südwestdeutschland noch in den frühen Phasen der Ausbreitung steckt.

Der Waschbär (Procyon lotor), ursprünglich aus Nordamerika stammend, begann seine Reise durch Deutschland im Jahr 1934, als ein Züchter ein Pärchen am Edersee aussetzte. Dies war der Anfang einer Geschichte, die mittlerweile dazu geführt hat, dass viele Gebiete, auch unser geliebtes Erdinger Land, von diesen Tieren betroffen sind. Laut Schätzungen leben bereits rund eine Million Waschbären in Deutschland und ihre Verbreitung ist ungebrochen.

Ein Aufruf zur Vigilanz

Was bedeutet das für die Gemeinden in der Region? Die Bürger sind aufgerufen, wachsam zu sein und solche Sichtungen zu melden, wie sie von den Hegegemeinschaften Isen, Dorfen und Erding-Ost bereits dokumentiert wurden. Auch die Landesregierung hat erkannt, dass es an der Zeit ist, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. In der Saison 2023/24 wurden insgesamt über 6700 Waschbären in Bayern erlegt, doch im Landkreis Erding fehlt bislang eine gezielte Jagd.

Die Ausbreitung der Waschbären sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, damit dieses Thema nicht zu einem noch größeren Problem wird – für Mensch und Tier. Bleiben Sie also aufmerksam und melden Sie sichtung im Dorf!