Heute ist der 24.03.2026. Im Landkreis Erding gibt es besorgniserregende Nachrichten: Ein Mensch hat sich mit dem seltenen Borna-Virus infiziert. Das Landratsamt hat diese Infektion bestätigt, jedoch keine Informationen zum Gesundheitszustand der betroffenen Person veröffentlicht. Das Gesundheitsamt Erding arbeitet eng mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zusammen, um die Ursachen dieser Infektion zu klären. Die Situation ist besorgniserregend, denn Infektionen mit dem Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) sind in Deutschland äußerst selten, mit weniger als zehn Fällen pro Jahr, hauptsächlich in Bayern.
Die Feldspitzmaus gilt als Hauptüberträger des Virus. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt vermutlich durch den Kontakt mit den Ausscheidungen dieser Mäuse, sei es Kot, Urin, Speichel oder Haut. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, raten die Behörden, lebende oder tote Tiere nicht mit bloßen Händen zu berühren. Wer mit toten Mäusen in Kontakt kommt, sollte unbedingt Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eine Maske tragen. Besonders gefährdet sind Menschen, die in der Nähe von Ortsrändern leben, wo die Feldspitzmaus verbreitet ist.
Seltenheit und Gefährlichkeit der Erkrankung
Die Erkrankung gilt als außerordentlich selten und verläuft in der Regel lebensbedrohlich. Laut Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer werden bundesweit jährlich weniger als zehn Bornavirus-Fälle beim Menschen registriert. In der Vergangenheit gab es im Landkreis Erding zwei weitere Fälle, die jedoch viele Jahre zurückliegen. Diese Seltenheit macht den aktuellen Fall umso alarmierender. Das Borna Disease Virus 1 ist seit über hundert Jahren als Erreger der Borna’schen Krankheit bei Tieren bekannt und wurde 2018 erstmals als Ursache für Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Fachleute vermuten, dass das Virus über die Ausscheidungen von Feldspitzmäusen übertragen wird, wobei direkter Kontakt mit infizierten Mäusen nicht notwendig ist.
Das Virus kommt in Deutschland vor allem in Bayern und im Osten vor, wobei nur eine Minderheit der Feldspitzmäuse infiziert ist. Aktuell gibt es jedoch keine Hinweise auf eine erhöhte Anzahl virustragender Feldspitzmäuse im Landkreis Erding. Das Gesundheitsamt schätzt das Infektionsrisiko für die Bevölkerung als sehr gering ein. Dennoch werden Empfehlungen zur Risikominderung ausgesprochen, die das Vermeiden von Kontakten zu Spitzmäusen und deren Ausscheidungen beinhalten. Bei Kontakt wird das Tragen von FFP2- oder FFP3-Masken empfohlen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
Behandlungsmöglichkeiten und Prävention
Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Es existieren antivirale und immunsuppressive Therapien, jedoch sind die Symptome meist tödlich, da eine überschießende Immunreaktion auftritt. Im vergangenen Jahr gab es in Bayern mehrere Todesfälle durch das Virus, was die Dringlichkeit und die Bedeutung präventiver Maßnahmen unterstreicht. Der Erreger ist bei Tieren seit Langem bekannt, die Übertragbarkeit auf Menschen wurde erst 2018 nachgewiesen. BoDV-1 verursacht häufig tödliche Gehirnentzündungen und ist seit 2020 meldepflichtig.
Für Bürger, die Fragen haben oder mehr Informationen benötigen, stehen das LGL sowie das Gesundheitsamt Erding zur Verfügung, um weitere Aufklärung zu bieten. Es ist wichtig, wachsam zu bleiben und die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen zu befolgen, um die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen zu schützen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von Rosenheim24 und Merkur.




