In den letzten Jahren hat sich der Naturschutz in Bayern zu einem zentralen Thema entwickelt, das nicht nur den Erhalt der Artenvielfalt, sondern auch die Pflege wertvoller Lebensräume umfasst. Das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ führte zu ambitionierten Zielen, wie dem Schutz von Streuobstwiesen und der Renaturierung von Mooren. Doch wie ED Live berichtet, stehen diese Schritte aktuell auf der Kippe. Im Jahr 2025 fehlen aufgrund einer Haushaltssperre dringend benötigte Mittel für Naturschutzmaßnahmen.
Kürzungen im Naturschutzhaushalt gefährden nicht nur bestehende Ziele, sondern auch die Artenvielfalt selbst. Ein Beispiel aus der Praxis ist der Naturgarten in Buch-am-Buchrain mit 4.500 Quadratmetern, der Lebensraum für verschiedene Vogelarten und Insekten bietet. Frau Uschi Schmidt-Hoensdorf, die Vorsitzende der Kreisgruppe Erding, hebt hervor, dass solche Landschaften regelmäßig gepflegt werden müssen, um ihren ökologischen Wert zu erhalten. Das umfasst beispielsweise das Mähen mit dem Balkenmäher, damit die Wiesen nicht verwildern.
Die Wichtigkeit der Pflege und der staatlichen Unterstützung
Die Pflege der Biotope, die die Kreisgruppe Erding betreut, ist nicht nur wichtig für das Anwachsen von Flora und Fauna, sondern auch für die Vermittlung von Wissen über Naturschutz. Dazu zählen neben dem Naturgarten auch Streuobstwiesen, artenreiche Gehölze und Blühstreifen. Ohne regelmäßige Pflege verlieren diese Flächen jedoch ihren Wert, was die Forderung nach staatlicher Unterstützung immer dringlicher macht. Schmidt-Hoensdorf betont, dass der Naturschutz eine gesetzlich verankerte Staatsaufgabe ist und dringend Unterstützung benötigt wird, um die Mittelkürzungen im Naturschutzhaushalt zu verhindern.
Ein weiterer Ansatz zur Förderung der Artenvielfalt sind die Agroforstsysteme, die immer mehr in den Fokus rücken. Laut dem NABU kombinieren diese Systeme landwirtschaftliche Flächen mit Gehölzen und werten somit strukturarme landwirtschaftliche Flächen auf. Dies trägt nicht nur zur Verbesserung der biodiversitätsfreundlichen Strukturen bei, sondern erhöht auch die gesellschaftliche Akzeptanz, da sie das Landschaftsbild aufwerten.
Agroforstsysteme als Schlüssel zur Artenvielfalt
Agroforstsysteme sind sogar in der Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030 verankert. Diese Strategie definiert 64 Ziele in 21 Handlungsfeldern, wobei die Förderung dieser Systeme als entscheidend für die Trendumkehr bei der Abnahme der Insektenvielfalt gilt. Diese Maßnahmen wurden kürzlich in einem Aktionsplan benannt, der auf die Schaffung und Erhaltung von Landschafts- und Strukturelementen abhebt, erklären die Expert:innen von Agroforst-Info.
Die anstehenden SEBAS-Untersuchungen sollen den Einfluss von Agroforstsystemen auf die biologische Vielfalt von Insekten näher beleuchten. Erste Ergebnisse sind für 2025 zu erwarten. Es bleibt spannend, ob die Potenziale dieser Systeme für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Agrarräumen ausreichend gewürdigt werden. Damit die Ansprüche an die Agrarlandschaften auch tatsächlich erfüllt werden können, sind intensive Gespräche zwischen Naturschutzorganisationen und Landwirtschaft notwendig.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Naturschutz in Bayern vor großen Herausforderungen steht. Die bestehenden Maßnahmen müssen dringend gesichert und neue Konzepte wie die Agroforstsysteme weiter verfolgt werden. Nur so kann der Weg zu mehr Artenvielfalt geebnet werden.