Der Luftverkehr in Deutschland steht vor einer weiteren Herausforderung. Am Donnerstag und Freitag, dem 12. und 13. März 2026, hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem Streik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline aufgerufen. Der Streik wird am Donnerstag um 00:01 Uhr beginnen und bis Freitag um 23:59 Uhr andauern. Dies ist bereits die zweite Streikwelle in der laufenden Tarifauseinandersetzung, nachdem ein vorheriger Streik am 12. Februar zu über 800 Flugannullierungen und etwa 100.000 betroffenen Passagieren führte. Auch der Flughafen München, als zweitgrößter Hub der Airline, wird stark betroffen sein, wie die Lufthansa-Sprecherin betont, da die kurzfristige Ankündigung die Fluggäste massiv beeinträchtigt. Passagiere werden automatisch benachrichtigt, wenn ihr Flug betroffen ist, während Lufthansa bemüht ist, die Auswirkungen zu minimieren und Flüge durch Partner-Airlines zu übernehmen. Einzelne Flugauswirkungen ab München sind jedoch noch nicht absehbar (Merkur).
Insgesamt wird der Streik mehr als 5.000 Piloten betreffen, und es sind hunderte Flüge zu erwarten, die ausfallen werden. Jedoch sind Flüge aus dem Nahen Osten von den Streiks ausgeschlossen, was bedeutet, dass Ziele wie Ägypten, Israel und Saudi-Arabien weiterhin angeflogen werden können. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem die VC in der Vorwoche aufgrund der Situation im Luftverkehr nach Nahost auf Streikmaßnahmen verzichtet hatte. Beschäftigte der betroffenen Gesellschaften hatten sich zuvor per Urabstimmung für Streiks ausgesprochen. Die Eurowings-Piloten werden nicht an dem Streik teilnehmen, da eine Abstimmung über Streikmaßnahmen am 16. März ausläuft (Tagesschau).
Hintergründe des Streiks
Der Hintergrund des aktuellen Streiks liegt in ergebnislosen Verhandlungen über Betriebsrenten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. VC-Präsident Andreas Pinheiro hat kritisiert, dass kein akzeptables Angebot von Seiten der Lufthansa vorliegt, um die betriebliche Altersversorgung zu verbessern. Lufthansa selbst hat kosteneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen. Vorstandschef Carsten Spohr betont zudem, dass die Beschäftigten mehr an Karrierechancen interessiert seien als am Betriebsrentensystem. Die VC fordert für die Jahre 2024, 2025 und 2026 jährliche Vergütungsanpassungen von 3,3 Prozent. Ein erstes Angebot der Lufthansa wurde abgelehnt, da es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 beinhaltete (ZDF Heute).
Die Situation bleibt angespannt, und die Auswirkungen des Streiks könnten weitreichende Folgen für den Luftverkehr in Deutschland haben. Die betroffenen Fluggäste müssen sich auf mögliche Änderungen und Störungen einstellen, während Lufthansa alles daran setzt, die Unannehmlichkeiten für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten.