Im beschaulichen Dorfen, einer Stadt im Landkreis Erding, steht die Entwicklung eines neuen Sportzentrums am südwestlichen Stadtrand in Rutzmoos im Fokus. Während die Stadt mit einem rasanten Anstieg der Einwohnerzahl zu kämpfen hat, sind die bestehenden Sport- und Freizeitmöglichkeiten längst an ihre Grenzen gestoßen. Der TSV Dorfen, mit rund 1800 Mitgliedern der größte Sportverein der Stadt, sieht sich beispielsweise mit einer hohen Nachfrage konfrontiert, kann aber aufgrund mangelnder Trainingskapazitäten nicht allen interessierten Kindern gerecht werden. Auch das Freibad, das in den 1960er-Jahren erbaut wurde, ist zu klein für die mittlerweile fast dreifache Einwohnerzahl und benötigt dringend eine Sanierung oder einen Neubau.
Die Situation wird durch den bald auslaufenden Pachtvertrag des nahegelegenen Tennisklubs und die Bedenken bezüglich des Eisstadions des ESC Dorfen, das möglicherweise umziehen könnte, noch komplizierter. Der Kreisausschuss Erding hat dennoch eine Planung für das neue Sportzentrum genehmigt, das neben den TSV-Sportplätzen auch zehn Tennisplätze, 188 Parkplätze und ein neues Freibad umfassen soll. Allerdings bleibt die Eishalle am bisherigen Standort, da es Bedenken hinsichtlich der Integration in die Landschaft gibt. Um das Sportzentrum zu ermöglichen, wird die Fläche im Rutzmoos aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen, was seit den 1980er-Jahren ein umstrittenes Thema ist.
Ökologische und rechtliche Herausforderungen
Die Planungen sind nicht ohne Herausforderungen. Ökologische Belange müssen beachtet werden, da in der Region geschützte Vogelarten brüten und zudem Hochwasserprobleme sowie ein hoher Grundwasserspiegel bestehen. Die Stadt Dorfen hatte bereits 2016 die Herausnahme des Rutzmooses aus dem Landschaftsschutzgebiet beantragt, was 2017 vom Kreistag mit großer Mehrheit genehmigt wurde. Die Umsetzung verzögerte sich jedoch aufgrund eines vergleichbaren Falls des Europäischen Gerichtshofs. In der aktuellen Planung wurde die ursprüngliche Fläche von 25,7 Hektar auf 12,8 Hektar reduziert und die Eishalle aus den Planungen gestrichen. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) zeigte sich zufrieden mit der neuen Fassung, die voraussichtlich auch das abschließende Votum des Kreistags erhalten wird.
Die Diskussion um die Sportinfrastruktur in Dorfen wird durch ein integriertes Sportentwicklungskonzept ergänzt, das derzeit von einem Fachbüro erarbeitet wird. Dr. Stefan Eckl vom Institut für Kooperative Sportplanung (ikps) leitet das Projekt, das auf Bürgerbeteiligung setzt. Eine Bedarfsanalyse, die bis Mitte April 2023 abgeschlossen sein soll, wird bereits durchgeführt. Hierbei werden auch die Stimmen der Bürger gehört, um ein umfassendes Bild der sportlichen Bedürfnisse in der Gemeinde zu erhalten. Erste Zwischenergebnisse könnten vor der Sommerpause präsentiert werden. Die SPD hat sich zudem dafür ausgesprochen, das Freibad im Zentrum zu behalten, um die Erreichbarkeit für Schulen zu gewährleisten. Ortsvereinsvorsitzende Simone Jell-Huber plädiert für eine Sanierung des alten Bades, da die Neubaukosten hoch sein könnten.
Nachhaltigkeit und zukünftige Perspektiven
Die Diskussion um die Sportentwicklung in Dorfen ist nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch der Nachhaltigkeit. Der Fokus liegt darauf, Lösungen zu entwickeln, die sowohl den aktuellen als auch den zukünftigen Bedürfnissen der Gemeinde gerecht werden. Die Einbindung der Bevölkerung in die kommunale Sportentwicklungsplanung ist dabei von großer Bedeutung. Ziel ist es, maßgeschneiderte Lösungen zu finden, die die soziale Verbundenheit stärken und die Akzeptanz der Planungen in der Bevölkerung fördern.
Die Herausforderungen sind vielfältig, und die Suche nach alternativen Standorten sowie die Berücksichtigung der Finanzierung stehen im Zentrum der Überlegungen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Sport- und Freizeitangeboten wird die Optimierung der Sportinfrastruktur durch umfassende Analysen und strategische Planungen unerlässlich sein. Dies könnte auch die Akquise von Fördermitteln für finanzielle Zuschüsse zur Projektförderung umfassen, um die Vision eines neuen Sportzentrums in Dorfen Realität werden zu lassen. Weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Region finden Sie unter Süddeutsche.de und Merkur.de.



