In den letzten Wochen hat die Newcastle-Krankheit in Bayern und Brandenburg ernste Besorgnis ausgelöst. Die Lage spitzt sich zu, nachdem am 20. Februar 2026 der erste Fall in Deutschland seit 30 Jahren in Brandenburg bestätigt wurde. Kurz darauf, am 25. Februar, meldete Bayern ebenfalls einen schweren Ausbruch in einem Legehennenbetrieb im Landkreis Erding. In Gangkofen wurden zuletzt 60.000 Masthähnchen wegen Verdachtsfällen getötet. Die Situation ist ernst, denn nahezu 200.000 Tiere mussten bereits in der Region gekeult werden, darunter 100.000 Legehennen in Erding und 30.000 Masthähnchen in Neumarkt-Sankt Veit. Die Innsalzach24 berichtet von einem immer chaotischeren Zustand in den betroffenen Betrieben.
Die Newcastle-Krankheit wird durch das aviäre Paramyxovirus Typ 1 (APMV-1) verursacht und macht es dem Geflügel schwer zu überleben. Symptome wie plötzliche Tierverluste, rückläufige Legeleistung, Atemprobleme, Durchfall und nervöse Störungen können auftreten. Das LGL Bayern warnt die Geflügelhalter eindringlich, bei ersten Anzeichen sofort zu handeln und im Zweifelsfall den Tierarzt hinzuzuziehen – denn ein zügiges Handeln kann viele Tiereleben retten.
Übertragungswege und Maßnahmen
Das Virus kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Es besteht große Gefahr, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Daher ist die Einrichtung von Restriktionszonen um die betroffenen Betriebe unerlässlich. So werden Schutzzonen mit einem Durchmesser von mindestens 3 km und Überwachungszonen von mindestens 10 km eingerichtet. Diese Maßnahmen sind wichtig, um die Verbreitung der Krankheit zu minimieren und die Tierhalter zu schützen. Wie Agrarheute erklärt, sind Biosicherheitsmaßnahmen entscheidend, um künftige Ausbrüche zu verhindern.
Die von den Behörden angeordneten Tötungen und weiteren Sicherheitsvorkehrungen zielen darauf ab, die Tiere und die Geflügelwirtschaft zu schützen. Alle tierseuchenrechtlichen Maßnahmen müssen strikt befolgt werden, um das Ausmaß der Epidemie einzudämmen. Hinzu kommt, dass der Verdacht auf eine neue Genotyp-Variante des Virus besteht, welche gegen herkömmliche Impfstoffe weniger wirksam sein könnte. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersucht diese neuen Entwicklungen und weist darauf hin, dass die untersuchten Viren in Bayern dem Genotyp II 1.1 zugeordnet werden, der auch in Osteuropa verbreitet ist.(Innsalzach24)
Blick in die Zukunft
Wie es weitergeht, bleibt ungewiss. Das Ausmaß der Situation lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, und die Behörden stehen vor der Herausforderung, die Ausbrüche zu kontrollieren. Geflügelhalter werden dringend angehalten, die Impfungen zu überprüfen und den Warenverkehr genau zu beobachten. Kranke oder verstorbene Tiere sollten sofort auf Newcastle-Krankheit untersucht werden, um rechtzeitig handeln zu können. Der Zustand der Geflügelwirtschaft und die Sicherheit der Tiere müssen jetzt oberste Priorität haben.