In der Stadt Erding tut sich einiges im Bereich der Denkmalpflege. Die Wallfahrtskirche Heilig Blut, die seit Jahren gesperrt und eingerüstet ist, steht vor einer umfassenden Sanierung. Die Gesamtkosten für dieses ehrgeizige Projekt werden auf zwölf Millionen Euro geschätzt, wobei die Erzdiözese die Hälfte der Kosten übernehmen wird. Stadtpfarrer Martin Garmaier hebt hervor, dass trotz der äußerlich sichtbaren Untätigkeit im Moment viele Vorarbeiten im Hintergrund stattfinden.

Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins fand im Johanneshaus statt, wo Architektinnen Karin Kreutzarek und Noemi Hartung die Planungsdetails und den Zeitplan präsentierten. Die Sanierung wird die statisch-konstruktive Sicherung der Kirche beinhalten. Geplant ist, die Nachgründung des Fundaments im Frühjahr 2027 zu starten, gefolgt von einer Dachsanierung. Die Wiedereröffnung der Kirche ist für das Jahr 2029 vorgesehen.

Herausforderungen der Sanierung

Ein Riss-Monitoring hat bereits Bewegungen der Kirche festgestellt, die durch ein Müllfahrzeug verursacht wurden. Zudem ergab eine Kanalbefahrung Probleme mit der Dachentwässerung, die zur Feuchtigkeit und Instabilität des Gebäudes beitragen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wird die Nachgründung mit Mikropfählen bis in sechs Meter Tiefe erfolgen, während Mikro-Betonbalken in der Krypta eingesetzt werden sollen. Die logistische Planung für die Dach- und Fassadensanierung ist aufgrund des engen Umfelds besonders anspruchsvoll.

Bei den Voruntersuchungen wurden zudem alte Gräber aus der Zeit um 1600 rund um die Sakristei und den Chor entdeckt, was die historische Bedeutung der Stätte unterstreicht. Der Förderverein hat derzeit rund 150.000 Euro auf dem Konto und wirbt aktiv um weitere Mitglieder und Spenden, um die Finanzierung der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen sicherzustellen.

Sanierung in Steinhausen

Ein weiteres Beispiel für die Sanierung historischer Kirchen zeigt sich in der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Steinhausen. Hier haben die Sanierungsarbeiten bereits begonnen. Während das Haupttor geschlossen ist und die Fassade komplett eingerüstet wurde, bleibt die Kirche dennoch für Besucher über den Hintereingang beim Friedhof zugänglich. Diese Wallfahrtskirche, die zwischen 1727 und 1733 erbaut wurde, zählt zu den bekanntesten Kirchen Oberschwabens.

Die Sanierungsziele in Steinhausen umfassen die Reparatur vorhandener Schäden und die Verhinderung weiterer Schäden. Architektin Anna Luib erläutert, dass der alte Putz am Sockel entfernt wurde, um die Feuchtigkeit zu reduzieren. Ein neuer kalkbasierter Putz wird nach der Reinigung aufgebracht. Der erste Bauabschnitt umfasst auch die Instandsetzung des Dachs aus den 1970er-Jahren, wobei einige Ziegel gebrochen sind und Tropfbleche am Trauf repariert oder ausgetauscht werden müssen. Die Arbeiten an der Außenfassade werden mindestens bis zum nächsten Herbst dauern.

Finanzielle Unterstützung für Denkmäler

Der Erhalt von Kirchengebäuden ist oft kostenintensiv, doch zahlreiche Förderprogramme unterstützen die Bewahrung und nachhaltige Nutzung dieser architektonischen Schätze. Kirchen prägen das kulturelle Erbe und die Landschaft in Deutschland. Viele sind denkmalgeschützt und benötigen regelmäßige Restaurierungen, was durch Fördermittel erleichtert wird.

  • Denkmalschutzförderung der Bundesländer: Unterstützung für denkmalgeschützte Kirchen bis zu 50 % der förderfähigen Kosten.
  • Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD): Unterstützung für kulturell bedeutende Kirchen mit variierenden Förderhöhen.
  • EU-Förderprogramme: Mittel für Kirchen mit europäischer Bedeutung, die bis zu 70 % der Projektkosten abdecken.
  • Steuerliche Vorteile: Abschreibungsmöglichkeiten für denkmalgeschützte Kirchen, bis zu 90 % der Sanierungskosten steuerlich geltend.
  • Unterstützung durch kirchliche Organisationen: Finanzielle Hilfe von Organisationen wie der EKD oder Bistümern.
  • Regionale Stiftungen und Fördervereine: Engagement für den Erhalt von Kirchen durch lokale Stiftungen.

Die Antragstellung für Fördermittel erfordert eine sorgfältige Bestandsaufnahme des Gebäudes, die Recherche nach geeigneten Förderprogrammen sowie die fristgerechte Einreichung der Antragsunterlagen. Der Fortschritt der Arbeiten muss dokumentiert werden, um die erhaltenen Gelder nachzuweisen.

Der Blick auf die Sanierungen in Erding und Steinhausen zeigt, wie wichtig der Erhalt dieser kulturellen Schätze ist. Durch das Engagement von Gemeinden und Fördervereinen wird nicht nur das architektonische Erbe bewahrt, sondern auch ein Stück Geschichte für zukünftige Generationen gesichert. Weitere Informationen zur Sanierung der Wallfahrtskirche Heilig Blut in Erding finden Sie in einem Bericht auf Merkur.

Zusätzlich können Sie sich über die Sanierungsmaßnahmen in Steinhausen auf der Webseite der Schwäbischen Zeitung informieren. Der Erhalt solcher Bauwerke ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur durch die Unterstützung vieler gelingt.