Im Landkreis Erding sorgt eine seltene Erkrankung für besorgte Gesichter: Ein Mensch hat sich mit dem gefährlichen Borna-Virus infiziert. Diese Nachricht hat das Landratsamt vor Kurzem bestätigt, jedoch keine Details über den Gesundheitszustand der betroffenen Person veröffentlicht. Die Erkrankung gilt als äußerst selten und verläuft in der Regel lebensbedrohlich, wie Rosenheim24 berichtet. Laut Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer werden bundesweit jährlich weniger als zehn Fälle registriert.
Der Erreger, bekannt als Borna Disease Virus 1 (BoDV-1), ist in Deutschland vor allem in Bayern verbreitet. Übertragen wird das Virus vermutlich durch Kontakt mit den Ausscheidungen von Feldspitzmäusen, die das Virus in Kot, Urin, Speichel und Haut absondern, ohne selbst zu erkranken. Das Gesundheitsamt Erding arbeitet eng mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zusammen, um die genaue Infektionsquelle zu ermitteln, wie Merkur berichtet. Trotz der aktuellen Situation wird das Infektionsrisiko für die Bevölkerung als sehr gering eingeschätzt.
Hauptüberträger und Risikominderung
Die Feldspitzmaus gilt als Hauptüberträger des Borna-Virus. Die Behörden raten dringend, lebende oder tote Tiere nicht ohne Schutzmaßnahmen zu berühren. Das Tragen von Gummihandschuhen, Schutzbrillen und Masken ist besonders beim Entsorgen toter Mäuse anzuraten. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind besonders wichtig für Menschen, die in Ortsrandlagen leben, wo der Kontakt mit den kleinen Nagern eher wahrscheinlich ist.
Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, empfiehlt das Gesundheitsamt auch, den Kontakt mit Spitzmäusen und ihren Ausscheidungen zu vermeiden. Wer in Gebieten lebt, in denen das Virus nachweislich vorkommt, sollte bei Kontakt mit den Tieren FFP2- oder FFP3-Masken tragen. Zudem sollten betroffene Flächen gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
Vergangene Fälle und Behandlungsmöglichkeiten
Die Erkrankung hat in der Vergangenheit in Bayern für Aufsehen gesorgt. Im Jahr 2025 kam es zu mehreren Todesfällen aufgrund des Virus, darunter drei Personen, die in unterschiedlichen Landkreisen verstorben sind. Behandlungsmöglichkeiten bleiben schwierig, da die Symptome oft letal sind und eine überschießende Immunreaktion zur Folge haben können. Das Borna-Virus ist seit 2020 meldepflichtig und die Erkenntnisse über die Übertragbarkeit auf Menschen wurden erst 2018 nachgewiesen.
Die Situation im Landkreis Erding bleibt angespannt, und die Behörden sind um Aufklärung und Sicherheit der Bürger bemüht. Interessierte Bürger können sich bei Fragen direkt an das Gesundheitsamt oder das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wenden, um weitere Informationen zu erhalten.





