In Deutschland gibt es einen klaren Trend: Immer mehr Menschen steigen auf Elektroautos um. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 81% der privaten E-Autos in Deutschland von Immobilienbesitzern gefahren werden. Das ist nicht verwunderlich, denn Personen mit einem Carport oder Garagenstellplatz besitzen fast doppelt so häufig ein Elektrofahrzeug (4,1% vs. 2,4%). Die Möglichkeit, das eigene Auto bequem zu Hause zu laden, spielt eine entscheidende Rolle für viele. Nutzer öffentlicher Ladesäulen hingegen zögern oft, den Schritt zum E-Auto zu wagen. Diese Erkenntnisse können in der umfassenden Analyse des HUK-E-Barometers nachgelesen werden, das auf Daten von über 14 Millionen Fahrzeugen basiert und eine repräsentative Online-Befragung mit 4.078 Teilnehmern einbezieht (Merkur, HUK-COBURG).
In Großstädten ab 500.000 Einwohnern bewerten 59% der Befragten Elektroautos positiv, während im Rest Deutschlands nur 45% diese Auffassung teilen. Interessanterweise wechseln Bewohner der 15 größten deutschen Städte im Jahr 2025 seltener vom Verbrenner zum Elektroauto (4,6% vs. 5,5% bundesweit). Eigentümer haben dreimal so häufig ein privates E-Auto wie Mieter (4,8% vs. 1,6%). Diese Unterschiede verdeutlichen, wie stark das Wohnumfeld die Entscheidung für ein E-Auto beeinflusst.
Markentreue und Umstiegsquote
Ein weiterer Faktor, der den Umstieg auf Elektroautos beeinflusst, ist die Markentreue. Über 25% der Führerscheinbesitzer würden nur bei passenden Modellen ihrer Marke wechseln, bei Vielfahrern und Gutverdienern steigt dieser Anteil auf über 30% bzw. 52%. Volkswagen führt die Umstiegsquote an (13,4%), gefolgt von Skoda (8,2%) und BMW (7,9%). Dennoch geben 17% der Befragten an, dass fehlende passende Modelle der Grund für ihren Nicht-Umstieg sind. Im vierten Quartal 2025 erreichte die Umstiegsquote mit 6,3% den höchsten Stand seit drei Jahren, wobei das Gesamtjahr einen Rekord von 5,5% verzeichnete. 15% der Befragten planen in den nächsten zwei Jahren den Umstieg auf ein E-Auto.
Das HUK-E-Barometer ermöglicht eine umfassende Analyse von Umstiegen von Verbrenner- zu Elektroautos in Deutschland. Es erfasst die Umstiegshäufigkeit der Privatbevölkerung und beobachtet den Bestand an reinen Elektroautos. Die quartalsgenaue Analyse der Marktanteilsentwicklung zeigt, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiterhin besteht, auch wenn die Verkaufszahlen 2024 vorübergehend langsamer wuchsen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Bestand an E-Autos bis Anfang 2024 auf rund 1,7 Millionen, obwohl die Wachstumsrate auf 17% zurückging.
Der Blick in die Zukunft
Die Politik und die Autoindustrie setzen stark auf den Umstieg von Verbrennern auf Elektromotoren. Die EU hat 2023 beschlossen, dass ab 2035 keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr zugelassen werden dürfen, es sei denn, sie nutzen E-Fuels. Diese Entscheidung könnte einen entscheidenden Impuls für den Markt geben. Zudem wird der Umweltbonus, die staatliche Förderung von Elektroautos, 2024 beendet. Die Neuzulassungen begannen jedoch Anfang 2025 sich zu erholen, stark durch Eigenzulassungen der Händler und Hersteller getrieben. In diesem Kontext sind die Verkaufszahlen von E-Autos vielversprechend, da sie voraussichtlich wieder steigen werden, bedingt durch ein günstigeres Angebot und die neuen EU-Emissionsvorgaben.
Die Zahl der Ladepunkte in Deutschland stieg bis Januar 2025 auf über 160.800, und die durchschnittliche Ladeleistung je Ladepunkt lag 2024 bei etwa 37,4 Kilowatt. Diese Entwicklungen sind entscheidend, um die Akzeptanz von E-Autos zu fördern. Elektroautos verursachen beim Fahren keine Emissionen, wenn der Strom klimaneutral produziert wurde, was bei 54% des in Deutschland produzierten Stroms im Jahr 2023 der Fall war. So wird der Weg für eine nachhaltigere Mobilität geebnet.