Das Hofbrauhaus Freising, ein traditionsreicher Ort für Bierliebhaber, hat mit der Übernahme durch die Schweizer Argon Management AG einen neuen Besitzer gefunden. Am 7. November 2025 wurde die Transaktion vollzogen, und die Belegschaft wurde nur eine Stunde zuvor informiert. Fredi Fischer, der neue Eigentümer und Mitbegründer von Argon, stellte sich im Bräustüberl vor und betonte die bedeutende Rolle des Standorts Freising. Jene Rückkehr zu den Wurzeln soll auch die Handwerkskunst der Brauerei stärken, während die angespannten finanziellen Verhältnisse angegangen werden sollen. Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach, der die Brauerei seit 1998 besaß, suchte bereits seit fünf Monaten Kontakt zu Argon, was letztlich zur Übernahme führte. Die Brauerei hatte in den letzten Jahren mit Verbindlichkeiten von über sieben Millionen Euro zu kämpfen, was die Verkaufsgerüchte seit 2023 befeuerte, unter anderem um einen möglichen Einstieg von Radeberger.

Um die Zukunft des Hofbrauhauses zu sichern, plant das neue Management, die bewährten Marken zu erhalten und den Export zu steigern. „Wir sehen großes Potenzial in der Kombination aus Tradition, markantem Gebäude und Handwerkskunst“, so Fredi Fischer, der die Erfahrung seines Konsortiums in der Konsumgüterindustrie hervorhebt. Dabei wird großen Wert auf die Verankerung in der lokalen Gastronomie gelegt, was auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv ist. „Die Stimmung ist nach der Übernahme gut“, berichtet Manuel Halbmeier von der Gewerkschaft NGG, während Oliver Lentz als Geschäftsführer des Hofbrauhauses weiterhin an Bord bleibt.

Individuelle Investitionsstrategien

Fredi Fischer kündigte an, dass Investitionen und Modernisierungen schrittweise durchgeführt werden sollen, um die Tradition und Qualität der Braukunst zu belassen. In den Gesprächen mit den neuen Eigentümern plant die Gewerkschaft NGG zudem, eine solide Grundlage für den Kündigungsschutz zu schaffen, der bei einem Betriebsübergang ein Jahr beträgt. Während die Brauerei seit Ende 2023 tariflos ist, hofft man auf eine baldige Einigung über neue tarifliche Bedingungen.

Bei der künftigen Produktion ist auch die Digitalisierung ein Thema: So könnte die Automatisierung dazu beitragen, die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Bierproduktion zu steigern. Experten hatten in einer Diskussion darauf hingewiesen, dass präzise Messwerte in verwertbare Informationen für alle Bereiche der Produktion umgewandelt werden können. Ein weiterer Fokus sollte auf den hocheffizienten Prozessen liegen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Verschwendung zu minimieren.

Die Rückschläge der letzten Jahre könnten also bald der Vergangenheit angehören, während die loyale Belegschaft und das kulturelle Erbe des Hofbrauhauses Freising mit neuem Schwung in die Zukunft blicken. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher lobte die Mitarbeiter für ihr Engagement und ihre Loyalität in diesen herausfordernden Zeiten. „Wir sind optimistisch, dass wir gemeinsam mit Argon Management das Hofbrauhaus in eine erfolgreiche Zukunft führen können“, so die einhellige Meinung der Beteiligten.

Merkur berichtet, dass die Übernahme des Hofbrauhauses Freising durch Argon Management viele Chancen birgt. Auch Süddeutsche hebt hervor, dass die positive Stimmung unter den Mitarbeitenden nach den Unsicherheiten der letzten Monate eine willkommene Abwechslung darstellt. Und schließlich stellt GEA fest, dass die Möglichkeiten der modernen Bierproduktion immer vielfältiger werden und auch Freising gut davon profitieren könnte.