Am 1. März 2026 fanden in der Erzdiözese München und Freising die mit Spannung erwarteten Pfarrgemeinderatswahlen statt. Über 202.000 wahlberechtigte Katholikinnen und Katholiken waren aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben, und in 717 von 754 möglichen Pfarreien wurde gewählt. Insgesamt standen etwa 5.000 Pfarrgemeinderäte zur Wahl, die aus knapp 6.000 Kandidaten gewählt wurden. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 17%, was einen Anstieg im Vergleich zu den Wahlen von 2022 (12,32%) darstellt und die höchste Wahlbeteiligung seit 2018 (20%) markiert.
Besonders bemerkenswert war die Einführung der Online-Abstimmung, die in 649 Pfarrgemeinden angeboten wurde. Diese digitale Wahlmöglichkeit wurde von über 141.000 Personen genutzt, was im Vergleich zu 100.000 im Jahr 2022 einen signifikanten Anstieg darstellt. Knapp zwei Drittel der Wählenden entschieden sich für die Online-Wahl, was zeigt, dass die Digitalisierung auch in kirchlichen Angelegenheiten immer mehr Einzug hält.
Altersstruktur und Geschlechterverteilung
Die Altersverteilung der gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderats zeigt, dass rund 16,61% der Gewählten unter 35 Jahren sind, während die größte Gruppe mit 46,64% zwischen 36 und 55 Jahren alt ist. Interessanterweise beträgt der Frauenanteil unter den Gewählten beeindruckende 69%. Zudem sind etwa ein Drittel der Mitglieder, etwa 1.700 Personen, neu im Pfarrgemeinderat, was frischen Wind in die Gremien bringt.
Die Wahlberechtigung ist für alle Katholikinnen und Katholiken ab 14 Jahren gegeben, während alle ab 16 Jahren gewählt werden können. Der Pfarrgemeinderat fungiert als die demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes auf Pfarreiebene und wird alle vier Jahre gewählt. Dies geschieht grundsätzlich durch die Mitglieder der jeweiligen Gemeinde, wobei die Rechtsgrundlage für die Wahl in der Satzung der jeweiligen Diözese festgelegt ist. Diese regelt unter anderem das Wahlverfahren, die Amtszeit des Pfarrgemeinderats sowie die Anzahl der Mitglieder im Gremium.
Regionale Unterschiede und höchste Wahlbeteiligungen
Die Wahlbeteiligung variierte regional, wobei die ländlichen Seelsorgsregionen höhere Zahlen aufwiesen. In der Region Nord lag die Wahlbeteiligung bei 21,86%, während die Region Süd 19,45% erreichte. Im Gegensatz dazu war die Wahlbeteiligung in der Stadt München mit lediglich 10,87% deutlich niedriger. Das Dekanat Erding verzeichnete die höchste Wahlbeteiligung mit 25,07%, und auf Pfarrei-Ebene war die höchste Beteiligung in St. Stephanus in Fürholzen mit beeindruckenden 71,26% zu verzeichnen.
Für die Online-Wahl ist keine spezielle Software erforderlich. Es genügt ein Internetzugang und ein Browser auf einem Rechner oder mobilen Endgerät. Unterstützte Betriebssysteme sind Windows, Mac, Linux, iOS und Android. Die Wahl-Software prüft vor dem Eintritt in die digitale Wahlkabine die technischen Voraussetzungen, was sicherstellt, dass alle Wählenden problemlos teilnehmen können. Hierzu müssen JavaScript und Cookies aktiviert sein, und die Bildschirmgröße muss den Anforderungen entsprechen. Diese Aspekte tragen dazu bei, dass die Online-Wahl ein einfaches und zugängliches Verfahren darstellt, das immer mehr Gemeindemitglieder nutzen.
Für weitere Informationen zu den Wahlen und dem Pfarrgemeinderat können Sie die ausführlichen Berichte auf den Websites der Erzdiözese München und Freising sowie auf POLYAS nachlesen. Auch die technischen Anforderungen und FAQs zu den Online-Wahlen sind auf wir-erzbistum-paderborn.de zu finden.