In Köln und Umgebung stehen immer mehr Immobilien leer, die teils in einem beklagenswerten Zustand sind. Ein prominentes Beispiel ist das ehemalige Caritas-Altenheim St. Josef in Karlsfeld, das seit fast vier Jahren ungenutzt ist und unter Einbrüchen sowie Vandalismus leidet. Die verwaisten 120 Zimmer auf dem Anwesen sind nicht nur ein Schandfleck, sondern auch ein potenzieller Sicherheitsrisiko. Es wurden mehrere Wasserhähne und andere metallene Gegenstände gestohlen, was die Caritas zu der Entscheidung führte, eine Sicherheitsfirma zu engagieren, um das Gebiet abzusichern. Die Gesamtschäden durch die Einbrüche belaufen sich bereits auf etwa 5000 Euro, so berichtet tz.de.

Die Caritas plant, das sanierungsbedürftige Gebäude und das dazugehörige Grundstück zu verkaufen. Vor einigen Jahren wurde dieser Vorschlag abgelehnt, um die Immobilie nicht unter Wert abzugeben. Alternativ wurde über eine Vermietung nachgedacht, um dringend benötigte Mieteinnahmen für die Dachsanierung zu generieren. Im April 2022 schloss man jedoch sowohl Neubau- als auch Sanierungspläne aufgrund von Kostengründen aus. Aktuell sind etwa ein Drittel der Dacharbeiten abgeschlossen, und die Verkaufspläne laufen, obwohl Details zur Veräußertung derzeit unklar sind.

Unmut in der Gemeinde

Besonders brisant wurde es Anfang September 2023. Die Überlegungen, das Gebäude für die Unterbringung von Geflüchteten oder Studenten zu nutzen, stießen auf breiten Unmut in der Gemeinde. Bürgermeister Stefan Kolbe stellte dabei klar, dass jede Nutzung, die nicht der eines Altenheims entspricht, eine Baugenehmigung benötigt. Befindet sich das Gebäude erst einmal im Abstellgleis, wird der Raum eine schaurige Kulisse wie das verlassene Altenheim St. Bonifatius in Limburgerhof, das sich ebenfalls in einem bedenklichen Zustand befindet und diese Ähnlichkeiten aufweist, wie rheinpfalz.de berichtet.

Das St. Bonifatius-Altenheim ist über 40 Jahre alt und steht derzeit leider leer. Dank seiner kreativen Architektur erzeugt es eine gespenstische Atmosphäre, besonders bei regnerischem Wetter. Glücklicherweise wurden bisher keine größeren Fälle von Vandalismus gemeldet, was jedoch den schlechten Zustand des Gebäudes nicht mindert.

Rechte und Pflichten von Leerständen

Die Nutzung von Leerständen wirft auch rechtliche Fragen auf. Das Thema ist weitreichend und berührt wichtige Aspekte des Miet- und Städtebaurechts. Eigentümer sind verpflichtet, ihre Immobilien instand zu halten und regelmäßig zu warten, so berichtet kanzlei-herfurtner.de. Bei der Umnutzung sind verschiedene Genehmigungen erforderlich, was den Prozess weiter verkompliziert. Dennoch gibt es vielfältige Chancen, leerstehende Immobilien durch Zwischennutzung in ein neues Licht zu rücken – sei es durch temporäre Veranstaltungsräume, Pop-up Stores oder sogar Künstlerateliers.

Gerade in urbanen Gebieten wie Köln und seinem Umland könnte eine kreative Herangehensweise an Leerstände sowohl der Gemeinschaft als auch den Eigentümern zugutekommen. Die Herausforderungen sind offensichtlich, und es bedarf eines guten Händchens, um den leer stehenden Räumen neues Leben einzuhauchen.

In der Hoffnung auf eine positive Entwicklung dieser verwahrlosten Immobilien bleibt abzuwarten, ob sich die Pläne der Caritas und andere Initiativen zur Belebung der Umgebung umsetzen lassen.