Es ist ein echter Verlust für die Kulturszene in Perlesreut: Der Gesangsverein Chor Gsang hat sich nach stolzen 18 Jahren aufgelöst. Die Trennung von diesem beliebten Ensemble traf viele hart, denn der Chor war über die Jahre ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region. Wie die Pnp berichtet, führte der Rückgang männlicher Mitglieder, bedingt durch Todesfälle, zum endgültigen Schlussakkord.

Gegründet wurde der Chor von Ludwig Brandl und Heinz Mertens, wobei Gerdi Weinberger fast von Anfang an die musikalische Leitung übernahm. Ihre Fähigkeit, klare Ansagen zu machen und eine deutliche Aussprache zu fordern, war bei den Proben und Auftritten unverzichtbar. Mit ihrem transportablen Klavier gab sie dem Ensemble den nötigen Ton und sorgte dafür, dass der Gesang stets im Einklang war.

Ein reichhaltiges musikalisches Erbe

In seinen besten Jahren zählte der Chor über 30 Mitglieder und gestaltete zahlreiche Feiern und Auftritte, darunter unvergessliche Veranstaltungen wie das Adventssingen 2008, den „Wiener Abend“ und die „Italienische Nacht“. Abschließend fand der letzte öffentliche Auftritt beim Pfingstgottesdienst in der St. Andreas-Pfarrkirche statt. Bei dieser Gelegenheit sprach Inge Ilg im Namen der Chorgemeinschaft Dankesworte an Gerdi Weinberger. Bürgermeister Gerhard Poschinger überreichte ihr einen Blumenstrauß und dankte den Chormitgliedern für ihre engagierte Arbeit. Der bewegende Abschied wurde von bayrischen Liedern, klassischen Tangos und Wienerliedern begleitet, und der letzte Ton hallte mit Hubert von Goiserns „Weit, weit weg…“ aus.

Hinter dem Rückgang der Chöre steckt ein vielschichtiges Problem, das nicht nur in Perlesreut zu beobachten ist. Wie der Artikel von Neo1 beleuchtet, stehen viele Chöre vor ähnlichen Herausforderungen. Die Gründe lassen sich leicht festmachen: Der demografische Wandel trägt dazu bei, dass ältere Chormitglieder sterben oder inaktiv werden, während es gleichzeitig an jungem Nachwuchs mangelt. Eine immer größere Zahl von Jugendlichen zieht andere Freizeitaktivitäten oder digitale Unterhaltung vor.

Die Zukunft des Chorgesangs

Die Veränderung der sozialen Strukturen macht es den Chören zusätzlich schwer, neue Mitglieder zu gewinnen. Lange Arbeitszeiten und die Zersplitterung von Communities führen dazu, dass es an Teilnahmebereitschaft mangelt. Traditionelle Bindungen, die der Chor einst stärkte, sind schwächer geworden. Dennoch gibt es auch Hoffnung: Einige Chöre versuchen, sich an die modernen Gegebenheiten anzupassen, indem sie innovative Programme entwickeln und soziale Medien nutzen, um jüngere Leute anzusprechen.

So bleibt zu hoffen, dass das Erbe von Chor Gsang in Erinnerung bleibt und zukünftige Generationen inspiriert, die Chorkultur nicht nur zu bewahren, sondern auch neu zu gestalten.