Bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland gibt es neue Entwicklungen, die besonders die bayerische Region betreffen. Die Staatsregierung sieht Bayern als geologisch ungeeignet für die Lagerung von Atommüll an. Diese Aussage sorgt für Aufregung, vor allem in der Gemeinde Mauth, wo die Unsicherheit über den potenziellen Standort groß ist. Bürgermeister Heiner Kilger von der CSU äußerte sich überrascht, als er auf sozialen Medien eine Karte entdeckte, die Mauth als möglichen Standort für ein Endlager anzeigt. Er fand diese Information schockierend und befürchtet, dass die Bewohner seiner Gemeinde jetzt über das Internet erfahren, was sie in ihrer eigenen Heimat erwartet, anstatt durch offizielle Kanäle informiert zu werden. sueddeutsche.de berichtet darüber.
Umweltminister Thorsten Glauber von den Freien Wählern erklärt, dass die geologischen Voraussetzungen für ein Endlager in Bayern nach den Analysen des Bayerischen Geologischen Dienstes nicht gegeben seien. Laut seiner Einschätzung werden viele bayerische Gebiete bald aus dem Verfahren genommen, jedoch bleiben Teile des Bayerischen Waldes vorerst als potenzielle Standorte bestehen. Damit einhergehend äußert Bettina Blöhm von der Bürgerinitiative gegen ein Atommüllendlager Bedenken hinsichtlich der massiven Eingriffe in die Region und deren Infrastruktur, falls es zu einem Endlager kommen sollte. Diese Situation führt zu einem aufkeimenden Unmut unter den Anwohnern, die um ihre Heimat fürchten.br.de vermittelte diese Informationen.
Aktuelle Entwicklungen und der lange Weg zur Entscheidung
In ganz Deutschland läuft der komplexe Prozess zur Standortwahl für ein Endlager, der sich durch geologische Untersuchungen, wie die Rissfestigkeit des Bodens und tektonische Störungen, auszeichnet. Obgleich die erste Erkundungsphase in Bayern abgeschlossen ist, zieht es sich über die gesamte Bundesrepublik hin. Ein Update der Ergebnisse ist für 2026 vorgesehen, doch diese sind nicht verbindlich. Laut Physiker Bruno Thomauske könnte die gesamte Suche bis in die 2080er Jahre andauern, was die Besorgnis über die Langwierigkeit des Verfahrens verstärkt.zdf.de hebt diese Kritik hervor.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat unterdessen passende Regionen für ein Atommüll-Endlager auf 25% der deutschen Landesfläche eingegrenzt. Vor fünf Jahren waren es noch 54%. Ein Gesetzentwurf zur Beschleunigung des Auswahlprozesses soll Anfang 2026 präsentiert werden, während die gesetzliche Planung vorsieht, das gesamte Verfahren bis 2031 abzuschließen. Zudem plant das Bundesumweltministerium bis spätestens 2050 einen Standort zu finden, um die rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll sicher zu lagern, der aus über 60 Jahren Atomkraft stammt. Eine Sicherheit muss für eine Million Jahre gewährleistet werden, während der atomares Material derzeit in 16 Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern gelagert ist. Abgeschlossen sind die letzten Stilllegungen von Atomkraftwerken in Deutschland, was die Herausforderung, einen geeigneten Standort für die Langzeitlagerung zu finden, nur noch verstärkt.