Die Waldbirkenmaus, eine zierliche Art, die weniger als acht Zentimeter groß ist, steht im Fokus eines wichtigen Naturschutzprojekts in Deutschland. Diese kleine Maus ist auf funktionierende Biotopverbünde von Feucht- und Moorlebensräumen angewiesen, die in den letzten Jahren zunehmend gefährdet wurden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt sich aktiv für den Erhalt dieser Art ein, unterstützt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie die Europäische Union. Die Finanzierung des Projekts erfolgt im Rahmen des EFRE IBW Programms Bayern von 2021 bis 2027. Ziel ist es, die Lebensräume der Waldbirkenmaus am Grünen Band zu optimieren und besser zu vernetzen.
Das Hauptverbreitungsgebiet der Waldbirkenmaus befindet sich in Bayern, insbesondere am Grünen Band entlang der bayerisch-böhmischen Grenze. Weitere Vorkommen sind im Oberallgäu zu finden, während deutschlandweit nur ein weiterer Standort in Schleswig-Holstein bekannt ist. Durch die räumliche Isolation der bayerischen Vorkommen ist der genetische Austausch mit dem Nationalpark Šumava in Tschechien stark eingeschränkt. Diese Isolation, gepaart mit der Verschlechterung der Lebensräume durch Landschaftszerschneidung und Intensivierung der Landnutzung, stellt eine erhebliche Bedrohung dar.
Maßnahmen zur Wiederherstellung der Lebensräume
Erste Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume der Waldbirkenmaus wurden bereits im Frühjahr 2025 umgesetzt. Dazu zählt unter anderem die Entbuschung von Feuchtlebensräumen und die Renaturierung eines verrohrten Baches. Diese Schritte sind Teil eines umfassenden Artenschutzprojekts, das auch die Zielarten Hochmoor-Laufkäfer und Randring-Perlmuttfalter umfasst. Eine weitere Herausforderung ist die Schaffung einer grünen Infrastruktur, um den Lebensraum der Waldbirkenmaus und anderer Arten zu sichern.
Das Projekt wird von verschiedenen Akteuren unterstützt, darunter lokale Naturschutzverbände, die Deutsche Bahn und Umweltverbände. Die Kooperation „Fahrtziel Natur“ fördert nachhaltige Reisen in Nationalparke und Naturparke, und BahnBonus Prämienpunkte können für den Schutz der Waldbirkenmaus gespendet werden – ab 20 gesammelten Punkten können Teilnehmende direkt zur Wiederherstellung der Lebensräume beitragen.
Einbindung der Bevölkerung und Monitoring
Ein intensives Monitoring der Waldbirkenmaus erfolgt durch den Einsatz von Fotofallen und Citizen-Science-Aktionen, bei denen die lokale Bevölkerung aktiv eingebunden wird. Geplant ist ein Aufruf zur Meldung von Waldbirkenmaus-Funden im Frühsommer 2025 sowie ein BioBlitz-Projekt zur Insektenvielfalt in den Lebensräumen dieser Art im Sommer 2025. Durch solche Maßnahmen wird nicht nur der Wissensstand über die Waldbirkenmaus verbessert, sondern auch das Bewusstsein für den Naturschutz in der Region gestärkt.
Die Zerschneidung von Lebensräumen ist eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt. Verkehrswege, Siedlungen und industrielle Landwirtschaft tragen zur Fragmentierung der Ökosysteme bei, was sich negativ auf Arten wie die Waldbirkenmaus auswirkt. Das Handbuch Biotopverbund Deutschland, herausgegeben vom BUND Naturschutz in Bayern e.V., bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Herausforderungen und Möglichkeiten im Naturschutz. Es enthält auch regionale Praxisbeispiele und Informationen zu den wissenschaftlichen, landschaftsplanerischen und rechtlichen Grundlagen, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt von Bedeutung sind.Hier können Sie mehr darüber erfahren.
Insgesamt ist das Projekt zur Verbesserung der Lebensräume der Waldbirkenmaus ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen Naturschutzes, der nicht nur für diese Art, sondern auch für zahlreiche andere bedrohte Arten von Bedeutung ist. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung können wir die Natur bewahren und die biologische Vielfalt für zukünftige Generationen sichern.
Mehr Informationen zu den laufenden Projekten und dem Engagement für die Waldbirkenmaus finden Sie auf der Webseite des Nationalparks Bayerischer Wald.