In Köln ist es nicht selten, dass moderne Technik uns manchmal einen Streich spielt. Dies musste auch der 89-jährige Hermann Seifert erfahren, der regelmäßig die Tiefgarage des AEZ in der Buchenau nutzt. Am 24. Oktober 2025 erhielt Seifert eine Zahlungsaufforderung über 35 Euro, die auf einem technischen Missverständnis basierte. Das System glaubte, er hätte sein Auto von 12:18 Uhr bis 11:26 Uhr am 25. Oktober geparkt und damit die zulässige Höchstparkdauer von drei Stunden überschritten. Doch Seifert hatte einen guten Grund, sich zu wehren – denn zu dem verdächtigen Zeitpunkt war er nachweislich in einem Autohaus mit Reifenwechsel beschäftigt, was auch mit einem Zeugen, seinem Sohn, bestätigt werden kann. Am 25. Oktober war er nur kurz nach dem Einkauf in der Tiefgarage.

Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, die mit der Digitalisierung von Parksystemen einhergehen. Während die Technik oft als komfortabel und zukunftsweisend gilt, können Fehler und Missverständnisse bei der Erfassung von Daten, wie sie verbraucherzentrale-niedersachsen.de beschreibt, schnell zu unangenehmen Situationen führen. Beispielsweise kann eine falsche Eingabe des Kennzeichens dazu führen, dass das System die Parkzeit nicht korrekt berechnet. Oft muss der Nutzer confirmieren, dass das eingetippte Kennzeichen korrekt ist, was das Problem noch verstärken kann, wenn ein Fehler tatsächlich vorliegt.

Technikfehler und ihre Folgen

Allein die Vorstellung, nach einem entspannten Einkauf mit einer bösen Überraschung in Form einer Zahlungsaufforderung konfrontiert zu werden, ist frustrierend. Die Familie Seifert war über die falsche Zahlungsaufforderung verärgert. Doch die Parkraum-Firma und das AEZ reagierten schnell und nahmen die Forderung zurück. Interessanterweise begegnen solche Missgeschicken viele Parkhausbenutzer, und wie die Untersuchungen zeigen, sind technische Fehler seltener, aber dennoch nicht ausgeschlossen.

Die Überwachungsfirma, die die Technik bereitstellt, hat bereits angekündigt, im Falle von wiederkehrenden Problemen darüber nachzudenken, die Einfahrt mit zwei Kameras zu überwachen. Dafür sprechen die Erkenntnisse aus einer kürzlich veröffentlichten Studie von Fraunhofer UMSICHT, die die Vorteile digitaler Parkraumlösungen beleuchtet. Diese sogenannten Free-Flow-Systeme erfassen die Fahrzeugkennzeichen automatisch beim Ein- und Ausfahren, was den Prozess deutlich vereinfacht und Stau an Zahlungsautomaten reduziert. Ein weiterer Vorteil: Durch den Wegfall von Schranken und Parktickets konnte die Klimabilanz im Vergleich zu traditionellen Systemen erheblich verbessert werden, wie die Studie zeigt.

Die Zukunft des Parkens

Die digitale Zukunft des Parkens wird sich also weiterentwickeln. Die Klimabilanz dieser Systeme hebt ihre Vorteile hervor, da sie emissionsarm operieren und sowohl die Nutzer als auch die Umwelt profitieren. Im Basis-Szenario ergaben sich durch die Umstellung auf digitale Lösungen Einsparungen von rund 8 g CO2-Äquivalenten pro Vorgang. In verkehrsreichen Zeiten könnten die Einsparungen sogar bis zu 28 g CO2-Äquivalenten erreichen. Den Betreibern und Nutzern kann daher nur geraten werden, solche digitalen Systeme wertzuschätzen und zu nutzen, während gleichzeitig die Sensibilität für mögliche technische Pannen hochgehalten werden sollte.

Wie die Erfahrungen von Hermann Seifert zeigen, ist es nicht nur die Technik, die zählt, sondern auch, wie wir damit umgehen. Wer sich vorab informiert und dokumentiert, kann im Fall der Fälle selbstbewusster auftreten. Und vielleicht wird der nächste Parkbesuch dann ein unbeschwerter Genuss statt eines nervenaufreibenden Abenteuers.