Eine überraschende Wende am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck sorgt für Aufregung unter den Bürgern: Teile der Offizierschule der Luftwaffe kehren zurück an ihren alten Standort. Dies wird von vielen Mitgliedern der Öffentlichkeit positiv bewertet. Die Rückkehr wird jedoch von kritischen Stimmen begleitet, welche die planerische Kompetenz der Verantwortlichen für den Neubau in Roth in Frage stellen. Diese Entscheidung folgt dem Umzug der Offizierschule nach Roth bei Nürnberg, der im April 2023 begann und im September 2023 mit der Ausbildung der Offiziersanwärter abgeschlossen wurde. Der Lehrbetrieb in Roth startete bereits Anfang Juni 2023, nachdem die Ausschlussveranstaltung mit einer Serenade im Kloster Fürstenfeld am 3. Juli 2023 gefeiert wurde.

Die offizielle Sichtweise beleuchtet, dass dieser Rückzug als eine planerische Peinlichkeit angesehen wird, die dem Standort jedoch nicht schadet. Oberst Gero von Fritschen, der Standortälteste und Kommandeur der Offizierschule, hebt die Unterstützung der Luftwaffe durch lokale Behörden hervor und betont die Integration in das gesellschaftliche Leben. Auch der Oberbürgermeister Christian Götz sieht diesem Umzug mit gemischten Gefühlen entgegen. Er bezeichnet den Abzug als „Ende einer Ära“ für Bruck und die Luftwaffe, sieht aber auch Chancen in der zivilen Umgestaltung des Geländes.

Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen

Die Rückkehr ist jedoch nicht die einzige Veränderung, die den Fliegerhorst betrifft. Der Sanitätsdienst verlässt den Standort Ende 2025, während das Zentrum für Geoinformationswesen bis Anfang 2026 nach Euskirchen zieht. Weitere Abzugspläne sind bereits auf dem Tisch; voraussichtlich wird der „Führungsunterstützungssektor eins“ Ende 2026 folgen, und die Lehrmittelwerkstatt soll bis 2030 nach Kaufbeuren umziehen. Diese Abgänge stellen eine Herausforderung für die Stadt dar, da sie sich auf eine zivilen Umgestaltung eines neuen Stadtviertels auf etwa 200 Hektar Fläche vorbereiten muss.

Der Brucker Christkindlmarkt, der ebenfalls unter Platznot leidet, konnte sich jedoch durch die Tradition des Erbsensuppen-Standes der Bundeswehr einen Platz sichern. Diese Veranstaltungen sammeln nicht nur Geld für soziale Einrichtungen, sondern stärken auch den Zusammenhalt im Ort. Im Jahr 2022 wurden über 23.400 Euro durch Straßensammlungen für die Kriegsgräberfürsorge sowie fast 20.700 Euro beim Erbsensuppenverkauf auf dem Christkindlmarkt gesammelt. Diese Gelder kommen verschiedenen sozialen Einrichtungen wie der Brucker Tafel und der Caritas Werkstatt zugute.

Fazit und Ausblick

Abschließend bleibt die Situation rund um den Fliegerhorst spannend. Während die Rückkehr der Offizierschule eine gängige Diskussion entfaltet hat, stehen sowohl die Stadt als auch die Luftwaffe vor neuen Herausforderungen und Chancen. Es heißt, ein gutes Händchen zu haben bei der zivilen Umgestaltung, um die vorhandenen Strukturen bestmöglich zu nutzen.

Für weitere Informationen über Bundeswehrstandorte und deren Veränderungen, siehe die Liste der Bundeswehrstandorte in Deutschland.

Merkur berichtet, dass die Rückkehr der Offizierschule als strategischer Schwachpunkt für die Planer gewertet wird, während Süddeutsche die finanziellen Beiträge der Bundeswehr bei sozialen Projekten hervorhebt.