Am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Fürth und Umgebung durch einen Warnstreik erheblich beeinträchtigt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten zu diesem Streik aufgerufen, um auf die prekären Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV aufmerksam zu machen. Betroffen sind vor allem die U-Bahn-Linie 1 in Fürth, die von der Verkehrsgemeinschaft Nürnberg (VAG) betrieben wird, sowie mehrere Buslinien.
Bereits ab 4 Uhr morgens am 11. Februar bis zum 4 Uhr am 12. Februar werden keine Züge auf der U1 fahren. Auch die VAG-Buslinien 37, 39 und 67 nach Fürth fallen während dieses Zeitraums aus. Ersatzweise bietet die VAG Buslinien im Stundentakt auf Basis des NightLiner-Netzes an. Die Linie N9 wird zwischen dem Nürnberger Hauptbahnhof und dem Fürther Rathaus verkehren, während die Linien N11 und N14 von Nürnberg bis zur Stadtgrenze im Einsatz sind. Wichtig zu erwähnen ist, dass die S- und Regionalbahnen der Deutschen Bahn nicht von diesem Streik betroffen sind. Weitere Informationen sind auf der Homepage der VAG verfügbar.
Hintergrund und Forderungen der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft Verdi fordert im Rahmen des Warnstreiks eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV. Dies umfasst unter anderem die Verkürzung der Wochenarbeitszeit sowie der Schichtzeiten, die Verlängerung der Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, weist darauf hin, dass die Beschäftigten unter hoher Belastung durch ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und Zeitdruck stehen. Die Forderungen zielen darauf ab, die hohe Fluktuation zu stoppen und Fachkräfte zu gewinnen. In diesem Kontext finden vom 11. bis 13. Februar in Potsdam die dritten Verhandlungen im Tarifstreit statt.
Ein ähnlicher, ganztägiger Warnstreik hat bereits am 2. Februar 2026 in vielen Regionen Deutschlands stattgefunden, bei dem Millionen Menschen betroffen waren, und der den Nahverkehr nahezu lahmlegte. Die Streiks erstreckten sich über alle 16 Bundesländer, mit Ausnahme von Niedersachsen, wo eine Friedenspflicht bis zum 1. April 2026 gilt. Auch hier forderte Verdi kürzere Schichten, längere Ruhezeiten und bessere Zuschläge. Diese bundesweiten Aktionen verdeutlichen das dringende Bedürfnis nach Reformen im Nahverkehr, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Auswirkungen und Reaktionen
Die Reaktion auf die Streikankündigungen ist unterschiedlich. Während die Gewerkschaft die Notwendigkeit für Veränderungen betont, sehen die kommunalen Arbeitgeber die Streiks als unverhältnismäßig an. In zahlreichen Städten, darunter Berlin, Hamburg und viele Großstädte in Nordrhein-Westfalen, war der Verkehr stark eingeschränkt. In Hamburg lag die Streikbeteiligung im Busverkehr zwischen 70 und 95 Prozent, während die S-Bahn nicht betroffen war. Dies zeigt, wie ernst die Situation ist und wie viele Beschäftigte bereit sind, für ihre Rechte einzutreten.
Die aktuellen Entwicklungen im ÖPNV sind nicht nur für die Beschäftigten von Bedeutung, sondern auch für die Nutzer, die auf einen zuverlässigen Nahverkehr angewiesen sind. Der Warnstreik am 11. Februar in Fürth ist ein Teil eines größeren Bildes, das die Herausforderungen und die Notwendigkeit von Veränderungen im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland verdeutlicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Verhandlungen in Potsdam zu einer Einigung führen und die angestrebten Verbesserungen umgesetzt werden können.