In Garmisch-Partenkirchen stehen die Zeichen auf Umdenkungen beim Trinkwasser: Ein ambitioniertes Projekt zur Einrichtung von vier Brunnen für kostenloses Trinkwasser bekommt einen Dämpfer. Ursprünglich sollte die Fertigstellung bis Ende September 2025 erfolgen, nun wurde die Umsetzung auf 2026 verschoben, wie Merkur berichtet. Es sind insgesamt 33 Brunnen im Ortsgebiet vorhanden, von denen vier für das Projekt ausgewählt wurden.
Die geplanten Brunnen sind der Brunnen am Bräustüberl, der Brunnen am Mohrenplatz in Garmisch sowie der Floriansbrunnen in der Sonnenbergstraße und der Rottbrunnen in der Ludwigstraße in Partenkirchen. Umbaumaßnahmen an drei der Brunnen wurden bis Anfang Oktober 2025 abgeschlossen. Für die vierte Anlage sind erforderliche Anpassungen nach deren Stilllegung im Herbst 2025 vorgesehen.
Gründe für Verzögerungen
Doch warum dauern die Arbeiten länger als geplant? Laut der Marktgemeinde sind reduzierte personelle und technische Besetzungen sowie letzte erforderliche Abstimmungen während der Sommerferien die Hauptgründe. Die Inbetriebnahme der Brunnen wird voraussichtlich im März oder April 2026 erfolgen, wobei die Witterungsverhältnisse einen entscheidenden Einfluss haben werden.
Ein Highlight des Projekts sind die wetterfesten Hinweisschilder mit dem Schriftzug „Trinkwasser“ und dem Logo der Marktgemeinde, die auch ein Piktogramm enthalten, um ausländischen Touristen die Nutzung zu erleichtern. Auch der Spielplatz an der Wettersteinstraße wird über ein Trinkwasserangebot verfügen.
Kosten und Herausforderungen
Die Kosten für Umbau und Beschilderung belaufen sich auf ca. 1.800 Euro netto. Im Vergleich dazu kann der Neubau eines Trinkbrunnens zwischen 10.000 und 20.000 Euro kosten. Zudem wird für das Jahr 2026 eine zusätzliche Ausgabe von 2.000 Euro fällig, die für die mikrobiologische Beprobung der Brunnen alle vier Wochen eingeplant ist.
Die Bedeutung der Wasserressourcen wird auch durch rückläufige Wassermengen seit 1991 in der Industrie und öffentlichen Wasserversorgung deutlich, wie eine Analyse von Statista zeigt. Etwa ein Viertel der Wassermenge wird von öffentlichen Wasserversorgern benötigt, während der Rest hauptsächlich für industrielle Zwecke genutzt wird. Angesichts zunehmender Dürreperioden und des sinkenden Grundwasserspiegels ist es höchste Zeit, Lösungen zur Wiederherstellung der Wasserressourcen zu finden.
Garmisch-Partenkirchen macht also ein gutes Geschäft, nicht nur mit der Einrichtung der Brunnen, sondern auch mit der Sensibilisierung für den sorgsamen Umgang mit unserem kostbaren Wasser. Ein bunter Mix aus Tradition und modernem Umweltbewusstsein wird hier erfolgreich miteinander verwoben.