Am 11. November 2025 stehen die Kommunalwahlen in Bayern vor der Tür, und die politischen Wellen schlagen auch im Oberen Isartal hoch. In dieser Region, die etwa 11.000 Einwohner zählt, gibt es traditionell wenig Raum für grün-alternative Strömungen. Tatsächlich haben nur vier Mitglieder den Weg zu Bündnis 90/Die Grünen gefunden, was im Vergleich zu den 80 Mitgliedern aus Murnau und 77 aus Garmisch-Partenkirchen bescheiden wirkt. Dies zeigt, wie schwierig es für die Grünen ist, den Fuß in das politische Geschehen zu setzen, insbesondere in Mittenwald, wo es noch nie eine grün-alternative Liste gegeben hat, wie merkur.de berichtet.
Die regionale CSU hat einen bedeutenden Einfluss und erhält dort bei Wahlen bis zu 90% der Zweitstimmen. Das sorgt für eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber alternativen Themen, die in dieser Gegend wenig Anklang finden. Laut der Kreisvorsitzenden der Grünen, Petra Daisenberger, fällt es den Grünen schwer, eine Stimme zu finden. Sie benennt Markus Söder, den bayerischen Ministerpräsidenten, als einen der Faktoren, die das Image der Grünen in der Region beeinträchtigen.
Politische Ambitionen und Herausforderungen
Ein weiteres Zeichen der Schwächung ist die Auflösung des Ortsverbands der Grünen in Oberammergau aufgrund von fehlenden Mitgliedern, was die prekäre Lage der Alternativen im Oberen Isartal verdeutlicht. Philipp Golka, ein aktives Mitglied der Grünen, betont, dass es engagierte Freiwillige braucht, um die grüne Agenda voranzutreiben. Daisenberger hat bereits Pläne für Paten-Stammtische ins Rollen gebracht, um die Bekanntheit und Präsenz der Grünen in der Region zu erhöhen. Ihr Ziel ist es, bis 2032 das Isartal grüner zu gestalten.
In der Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2026 ruft die Partei dazu auf, sich bei der Listenaufstellung zu beteiligen. Interessierte müssen keine Mitgliedschaft vorweisen, um auf den grünen Listen zu kandidieren, was eine niedrigschwellige Möglichkeit darstellt, sich politisch zu engagieren. Frauenfrauenquote soll zudem für eine gleichberechtigte Repräsentation sorgen, da aktuell 50% der Mandate in bayerischen Gemeinderäten von Frauen gehalten werden, im Vergleich zu nur 22% insgesamt in bayerischen Gemeinderäten und 20% bei der CSU, wie gruene-unterfranken.de feststellt.
Grüne Themen für die Zukunft
Die Grünen setzen in ihren Wahlprogrammen auf zahlreiche bedeutende Themen: Dazu zählen unter anderem ein starkes Miteinander, Nachhaltige Haushaltspolitik, Vielfalt im Wohnungsbau sowie eine zukunftsfähige Wirtschaft und Energieversorgung vor Ort. Auch die Mobilität soll zuverlässig und günstig gestaltet werden, und in Anbetracht der Klimakrise wird Weitsicht gefordert. Die Partei will Politik machen, die die Bürger:innen ernst nimmt und sich um deren Anliegen kümmert. Workshops zur Unterstützung von Wahlkampf und Ratsarbeit stehen ebenfalls auf der Agenda.
Wer sich für die kommunalen Themen und das Engagement der Grünen interessiert, kann die Kontaktmöglichkeiten nutzen, die unter anderem über das Bezirksbüro und zentrale Anlaufstellen zur Kommunalwahl bereitgestellt werden. Vertrauliche Beratungen sind ebenfalls verfügbar und unterstreichen das Bestreben der Partei, für Transparenz und Mitbestimmung zu sorgen.
Die bevorstehenden Wahlen könnten einen Wendepunkt für die Grüne Bewegung im Oberen Isartal darstellen. Es bleibt spannend zu beobachten, ob es der Partei gelingt, den Wandel herbeizuführen und die Wähler:innen von ihren Zielen zu überzeugen.