Am 21. Februar 2026 besuchte Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, die Stadt Burgau, um sich über den aktuellen Stand der Planungen zur Neu-/Ausbaustrecke Augsburg-Ulm zu informieren. Der Anlass war ein bedeutendes Schienen-Großprojekt, dessen Planungsunterlagen Ende Januar 2026 an den Bundestag übergeben wurden. Lange diskutierte mit Vertretern der Stadt Burgau, darunter Bürgermeister Martin Brenner, sowie Landrat Hans Reichhart über die Auswirkungen des Projekts auf die Region.

Ein zentrales Thema des Besuchs war der geplante barrierefreie Ausbau des Burgauer Bahnhofs im Rahmen der Korridorsanierung der Bestandsstrecke, der zwischen 2032 und 2034 realisiert werden soll. Neben den kommunalen Aspekten, die für das weitere Planungsverfahren von Bedeutung sind, fand auch ein Gespräch mit der Bürgerinitiative Limbach statt. Diese zeigte sich dem Bahnprojekt gegenüber offen, legte jedoch besonderen Wert auf wirksamen Schall- und Immissionsschutz.

Schallschutz und Umweltaspekte

Die Deutsche Bahn hat Umwelt- und Schallschutz seit über 100 Jahren in ihrer DNA verankert. Schon 1905 fuhr der erste elektrische Zug der Deutschen Bahn mit Strom aus einem Wasserkraftwerk in Bayern. Das aktuelle Projekt Ulm–Augsburg zielt darauf ab, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, was zu einer Einsparung von 112 Millionen Pkw-Kilometern und 17 Millionen Lkw-Kilometern pro Jahr führen soll. Dies würde rund 23.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich einsparen.

Um die Lärmbelastung für Anwohner zu reduzieren, setzt die Deutsche Bahn auf verschiedene Maßnahmen. Gesetzliche Vorgaben schützen Anwohner vor dem Lärm an Aus- oder Neubaustrecken, und im Bundes-Immissionsschutzgesetz ist das Prinzip der Lärmvorsorge verankert. Aktiver Lärmschutz, wie der Bau von Schallschutzwänden, wird in diesem Zusammenhang ebenso berücksichtigt wie passive Maßnahmen, die angewendet werden, wenn aktive Lösungen nicht möglich sind. Die Schallschutzwände bestehen aus Materialien wie Beton, Glas, Holz oder Aluminium und werden vollständig von der Deutschen Bahn finanziert.

Ein transparenter Dialog ist entscheidend

Staatssekretär Lange betonte während seines Besuchs, dass der Vor-Ort-Termin keine Entscheidungen über konkrete Planungsdetails vorwegnehmen könne. Der Weg zum Abschluss des Verfahrens sei komplex und erfordere zahlreiche fachliche und rechtliche Prüfungen. Die Bedeutung eines transparenten Dialogs wurde hervorgehoben, um die Anliegen der Kommunen und der Bürgerschaft frühzeitig einzubeziehen.

Bis 2030 plant die Deutsche Bahn, den spezifischen Ausstoß von Treibhausgasen zu halbieren und den Ökostromanteil am Bahnstrom auf 80 % zu steigern. Aktuell reisen im Fernverkehr bereits rund 140 Millionen Reisende mit 100 % Ökostrom. Durch diese Maßnahmen soll bis 2030 mehr als 800.000 Anwohner:innen von Schienenverkehrslärm entlastet werden, was mehr als der Hälfte aller Anwohner:innen an belasteten Strecken entspricht.

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn, dem Bund und den lokalen Behörden ist von großer Bedeutung, um die Akzeptanz des Schienenverkehrs zu steigern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Der Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren wird weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, um die Herausforderungen des Projekts erfolgreich zu meistern.

Für weitere Informationen zu den geplanten Maßnahmen und dem aktuellen Stand der Planungen können Sie die vollständigen Berichte auf den Webseiten der Augsburger Allgemeinen (Augsburger Allgemeinen), der Deutschen Bahn Umweltseite (Ulm-Augsburg) und der Deutschen Bahn Nachhaltigkeitsseite (Nachhaltigkeit Deutsche Bahn) nachlesen.