In der Gastronomie der Landkreise Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen wurde im März eine gemeinsame Fahne des DEHOGA geweiht. Diese Fahne, die in einer feierlichen Zeremonie mit kirchlichem Segen, politischer Patenschaft und einer Feier in Hirsch’s Stadel enthüllt wurde, symbolisiert den Zusammenhalt und die Gemeinschaft der Gastronomie in der Region. Der DEHOGA Bayern, als eine der bedeutendsten Branchenvertretungen in Deutschland, hat sich nicht nur für die Senkung der Gastro-Mehrwertsteuer eingesetzt, sondern auch für die Identität und Gemeinschaft in der bayerischen Gastronomie durch diese traditionelle Fahne.

Die aktuellen Herausforderungen in der Branche sind jedoch nicht zu übersehen. Gastronomiebetriebe kämpfen mit dem Fachkräftemangel, der als größte Herausforderung gilt. Das Alltagsgeschäft ist geprägt von praktischen Themen wie Dienstplänen, Wareneinsatzquoten und steigenden Energiekosten. Umso wichtiger ist es, sowohl Traditionen für die Identitätsstiftung zu bewahren als auch politische Unterstützung für eine positive Perspektive zu leisten. Dies wird umso deutlicher, wenn man die Bemühungen um die Rekrutierung von Fachkräften betrachtet, die essenziell für die Zukunft der Gastronomie sind.

Fachkräftemangel und Lösungsansätze

Der Fachkräftemangel hat gravierende Folgen für die Gastronomie: Überlastung im Team, eingeschränkte Servicequalität und reduzierte Öffnungszeiten sind nur einige der Herausforderungen, denen sich Betriebe gegenübersehen. Der DEHOGA Bayern hat erkannt, dass klassische Lösungswege wie Headhunting und Personalleasing oft nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Stattdessen setzt die Talentlobby auf ein maßgeschneidertes Recruiting-System, das Betrieben hilft, qualifizierte und deutschsprachige Fachkräfte aus der Region zu gewinnen. Unternehmen wie der Bayerische Hof und Rosewood München nutzen bereits die Expertise von Talentlobby, um ihren Personalbedarf effizient zu decken.

Das Ziel der Talentlobby ist es, die Kosten pro Einstellung zu senken, die durchschnittlich zwischen 800 und 1.500 Euro liegen, und gleichzeitig den Bedarf an Unterkünften für ausländische Fachkräfte zu reduzieren. Ein aktives Rekrutierungssystem wird empfohlen, insbesondere da viele Fachkräfte sich für die Wintersaison entscheiden. Das Angebot umfasst die gesamte Bandbreite von Lehrlingen bis hin zu Hoteldirektoren und bietet eine Entlastung im Alltag der Betriebe.

Die Lage in der Praxis

Ein Beispiel aus München verdeutlicht die Dringlichkeit des Themas: Im Wirtshaus Maximilian im Glockenbachviertel hat Wirt Fabian Stingl zwar volle Gaststuben, benötigt jedoch dringend Personal. Trotz attraktiver Angebote, wie einer Mitarbeiterwohnung und einer Prämie von bis zu 1.000 Euro für neue Mitarbeitende, bleibt der Personalmangel ein drängendes Problem. Laut Thomas Geppert, dem Landesgeschäftsführer des DEHOGA, fehlen in Bayern rund 40.000 Beschäftigte in der Gastronomie. Der demografische Wandel wird als wesentlicher Grund für den Personalmangel genannt.

Die Ausbildungszahlen in der Branche sind zwar gestiegen, dennoch sieht die Gewerkschaft NGG die Ursachen für den Personalmangel in der schlechten Bezahlung und den unattraktiven Arbeitszeiten. Trotz einer Lohnerhöhung von 4,9 % ab August 2024 bleibt die durchschnittliche Vergütung von rund 2.500 Euro brutto unter den Erwartungen, was sich negativ auf die Ausbildungsquote auswirkt. Stingl bleibt jedoch optimistisch, dass Anreize wirken und die Branche sich erholen kann.

Für die Gastronomie stehen also spannende, aber auch herausfordernde Zeiten bevor. Die Verbindung von Tradition und Innovation sowie die politische Unterstützung sind entscheidend, um die Zukunft der Branche zu sichern. Weitere Informationen über die Fahnenweihe und die Herausforderungen der Gastronomie können unter diesem Link nachgelesen werden. Informationen zu den Rekrutierungsansätzen finden Sie unter diesem Link.

Die Herausforderungen sind groß, aber mit einer starken Gemeinschaft und innovativen Ansätzen könnte die Gastronomie in Bayern bald wieder aufblühen.