Rund 90 Waldbewirtschafter aus den Landkreisen Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu trafen sich in den vergangenen Tagen zum jährlichen Forsttechniktraining des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Krumbach-Mindelheim. Die Veranstaltung wurde von Landrat Alex Eder in der schönen Umgebung der Gemeindewälder Osterberg und Hawangen eröffnet. Hier stellte Förster Max Bartholl wichtige Informationen zum Bodenschutz vor und sprach über die notwendige Einschränkung der Befahrung auf Gassen, um den Waldboden zu schonen.
Ein zentrales Thema war die Bedeutung von Rückegassen. Revierleiter Patrik Strobel unterstrich, dass diese im Abstand von 20 bis 30 Metern angelegt werden sollten, um die Forstwirtschaft zu optimieren. Auch die Verwendung von Reisigmatten zur positiven Beeinflussung des Bodendrucks fand reges Interesse. Insbesondere auf nassen Standorten können spezielle Bänder auf Forstmaschinen sinnvoll sein, jedoch ist hier Vorsicht geboten, da sie auch Schäden verursachen können. Um die Bodenverdichtung zu verringern, empfahl Bartholl zudem eine Anpassung des Reifenluftdrucks der Maschinen.
Innovative Techniken für die Praxis
Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung eines Schälgeräts durch Forstwirtschaftsmeister Joachim Geyer, das zur Behandlung von Borkenkäferholz geeignet ist. Mit einem Preis von knapp 500 Euro diskutierten die Teilnehmer, ob sich die Anschaffung für Privatpersonen oder Kommunen lohnt. Sicherheit und ergonomische Handhabung waren dabei wesentliche Aspekte, die nicht vernachlässigt wurden.
Michael Miller von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (SVLFG) ermutigte die Anwesenden, ihre Seilwinden und Hilfsmittel aktuell zu halten, während Michael Wenni die „Königsbronner Anschlagtechnik“ zur sicheren Baumentnahme demonstrierte. Hierbei wird eine Teleskopstange zur Anbringung eines Seils in entsprechender Höhe verwendet, was nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch die Effizienz verbessert. Zudem wurden Sicherheitsaspekte wie die persönliche Schutzausrüstung und die Bruchlast von Ketten und Seilen thematisiert.
Der Borkenkäfer – Eine drängende Herausforderung
Ein immer wieder herausforderndes Thema in der Forstwirtschaft ist der Borkenkäfer. Die Bekämpfung des kleinen Plagegeists hat in Sachsen zur Erarbeitung von Allgemeinverfügungen geführt, um Holz- und rindenbrütende Schadinsekten in den Griff zu bekommen. Waldbesitzer sind aufgefordert, befallenes Holz vor dem Ausfliegen der Käfer zu entfernen oder zu behandeln, wobei sie sich laut Sächsischer Staatsregierung bei Fragen an die unteren Forstbehörden wenden können.
Des Weiteren betont Waldwissen.net, dass die Überwachung der Nadelbaumbestände auf borkenkäferbefall Teil eines integrierten Managements ist. Besonders wichtig ist die Kontrolle an Bestandsrändern und in der Nähe von Windwurf- und Schneebruchnestern, um die Effektivität der Bekämpfung zu steigern und größere Schäden zu vermeiden.
Mit dem Wissen und den Techniken, die bei diesem Training vermittelt wurden, sind die Waldbewirtschafter besser gerüstet, den Herausforderungen zu begegnen, die die Borkenkäferproblematik und die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Wälder mit sich bringen.
Der Austausch unter den Teilnehmern wurde als besonders wertvoll erachtet und zeigt, wie wichtig die kontinuierliche Fortbildung und der Dialog in der Forstwirtschaft sind.