Kühltürme in Gundremmingen gesprengt: Ein starkes Zeichen des Wandels!
Günzburg erlebt den symbolischen Rückbau des AKW Gundremmingen mit der Sprengung der Kühltürme am 25. Oktober 2025.

Kühltürme in Gundremmingen gesprengt: Ein starkes Zeichen des Wandels!
Am 25. Oktober 2025 war es endlich so weit: Die Kühltürme des ehemaligen Atomkraftwerks Gundremmingen wurden gesprengt. Dies stellte nicht nur einen markanten Augenblick für die Region dar, sondern auch einen symbolischen Akt des Wandels in der deutschen Energiepolitik. Die Sprengung wurde von vielen als sichtbares Zeichen des Ausstiegs aus der Kernenergie gedeutet, der am 31. Dezember 2021 mit der endgültigen Stilllegung des Kraftwerks begonnen hatte. Dies berichtet evangelisch.de.
Die Kühltürme, die mit einer Höhe von 161 Metern eindrucksvoll in den Himmel ragten, werden nun abgerissen, was auch die Thüringer Sprenggesellschaft verantwortet. Schätzungen zufolge werden beim Rückbau rund 28.000 Tonnen Schutt anfallen. In Gundremmingen herrscht eine gewisse Polarisierung, denn die unterschiedlichen Reaktionen auf die Sprengung spiegeln die Meinungsvielfalt in der Gemeinde wider. Einige Bürger zeigen sich erleichtert, dass ein Zurück zur Kernenergie ausgeschlossen ist, während andere um den Verlust „ihres“ Kraftwerks trauern, besonders da viele von ihnen dort beschäftigt waren. Pfarrer Frank Bienk, der seit Ende 2020 in der Kirchengemeinde Günzburg wirkt, unterstreicht die Wichtigkeit, verschiedene Sichtweisen auf die Kernenergie auszuhalten und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.
Der Rückbau: Ein langfristiger Prozess
Die Rahmenbedingungen für den Rückbau des Atomkraftwerks sind umfassend festgelegt. Nach der Stilllegung der Blöcke B und C, die bereits 2017 und 2021 erfolgten, konnte der Rückbau offiziell beginnen. RWE als Betreiber hat für diesen Prozess Rücklagen von rund 2,8 Milliarden Euro bereitgestellt und rechnet mit einer Gesamtdauer für den Rückbau von 15 bis 20 Jahren, mit einem Zielzeitrahmen bis Mitte bis Ende der 2030er Jahre. Interessanterweise wird nur ein kleiner Teil des abgebauten Materials – geschätzt 0,6 Prozent – jemals in ein Endlager kommen. Stattdessen bleibt der Großteil, inklusive des hochradioaktiven Abfalls, vorerst in Gundremmingen, wie augsburger-allgemeine.de berichtet.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Rückbau wurden durch ein Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung festgelegt, das am 16. Juni 2017 in Kraft trat. Dieses regelt die Zuständigkeiten für Stilllegung und Entsorgung der radioaktiven Abfälle und stellt sicher, dass die finanziellen Mittel nicht auf die Gesellschaft übertragen werden. Die Bundesregierung hat bis zum 1. Juli 2017 insgesamt 24,1 Milliarden Euro für die weiße und schwarze Endlagerung in einen Fonds überwiesen, wie das Bundeswirtschaftsministerium anmerkt hier.
Ein Blick in die Zukunft
Doch was kommt nach der Atomkraft? In Gundremmingen wird bereits über potenzielle neue Projekte nachgedacht. RWE plant den Bau eines 400 Megawatt starken Batteriespeichers und eines Gaskraftwerks. Auch ein Solarpark ist auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks in Planung. Diese Ideen zeigen, dass trotz der Herausforderungen und der belastenden Vergangenheit neue Wege beschritten werden, um die Region um Gundremmingen zukunftsfähig zu machen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sprengung der Kühltürme des Atomkraftwerks in Gundremmingen nicht nur einen physischen Rückbau darstellt, sondern auch eine neue Ära im Umgang mit Energie und Umwelt verspricht. Die Debatte um die Kernenergie bleibt spannend, und die Bürger der Gemeinde werden in den kommenden Jahren weiterhin an der Gestaltung ihrer Zukunft beteiligt sein.